Natur am Abend, stille Stadt. Verknackste Seele, Tränen rennen.

Der Song „Naturträne” von der „Nina Hagen Band”, veröffentlicht am 11. Februar 1978 auf dem gleichnamigen Album, beschreibt einen Moment tiefer, beinah genussvoller Melancholie an einem frühen Abend. Die Ich-Erzählerin beobachtet das Geschehen aus einem offenen Fenster. Dabei vermischen sich urbane Eindrücke mit natürlichen Elementen. Diese Kontraste untermalen die Einsamkeit der Erzählerin.

Die äußere Schönheit der Natur wirkt wie ein Katalysator für ein inneres Gefühlschaos. Es ist eine Form von Weltschmerz, bei der die Seele zwar „weh tut”, dieser Zustand aber gleichzeitig als „schön” empfunden wird. Der Anblick eines Bekannten auf der Straße löst eine zusätzliche Schwere im Herzen aus. Am Ende steht die totale Hingabe an das Gefühl. Die Kombination aus der immer leiser werdenden Stadt und der „verknacksten Seele“ führt zu einem regelrechten Weinkrampf. Dieser wird jedoch nicht als Zusammenbruch dargestellt, sondern als notwendiger, ermüdender Prozess – man „flennt“ einfach weiter, bis die Energie aufgebraucht ist.

Der Text ist eine Momentaufnahme von Einsamkeit und Sehnsucht, die in eine urbane Abendstimmung eingebettet ist. Er zelebriert die Katharsis durch Tränen, die durch die überwältigende Ästhetik eines simplen Sonnenuntergangs ausgelöst werden.

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Autor: Bernd @rueckzuginsprivate.de

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

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