📅❓ „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“

Schule, Ausbildung, Heirat, Rente. Diese klassischen Lebensphasen treffen das heutige LebensgefĂŒhl nicht mehr. Wir schauen genauer hin und erleben die einzelnen Phasen kleinteiliger.

Psychologie und Soziologie unterscheiden vereinfacht und verallgemeinert:

1.) Kindheit. In den ersten 12 Lebensjahren werden wir fĂŒr die Zeit danach geprĂ€gt. Haben wir Vertrauen aufbauen können? Konnten wir die Welt spielerisch entdecken und unsere Sprache lernen?

2.) Jugend und PubertĂ€t. Im Alter von 13 bis 18 Jahren spielen die Hormone verrĂŒckt. Haben wir unsere IdentitĂ€t gefunden und uns vom Elternhaus abgegrenzt?

3.) Junges Erwachsenenalter. Im Alter von 19 bis 30 Jahren brechen wir auf. Konnten wir uns auf Ausbildung, Studium, den Berufseinstieg und eine langfristige Partnerschaft konzentrieren?

4.) Mittleres Erwachsenenalter. Im Alter von 30 bis 60 Jahren erleben wir die Rushhour des Lebens. Haben wir eine Karriere aufgebaut, eine Familie gegrĂŒndet und mussten wir Angehörige pflegen?

5.) SpĂ€tes Erwachsenenalter und Alter. Konnten wir im Alter, das zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr beginnt, in den Ruhestand ĂŒbergehen, Bilanz ziehen, unsere Hobbys vertiefen und unsere körperlichen VerĂ€nderungen akzeptieren?

Die Welt und die Lebensphasen werden immer vielfÀltiger und vielseitiger. Immer mehr Menschen finden sich in der vorstehenden Beschreibung nicht oder nur unzureichend wieder.

Gab es eine Lebensphase, von der ich mich nur schwer verabschieden konnte?

Nein, ich trauere keiner Lebensphase hinterher. Jede Lebensphase hat ihre Vor- und Nachteile. Ich ziehe aus jeder Lebensphase Lehren und habe das GefĂŒhl, zu wachsen.

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 Anfang glĂ€nzt an allen Stellen unseres Misslingens 
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Ich begegne jeder neuen Lebensphase neugierig und bin gespannt auf die Herausforderungen, die mich erwarten.

» Wie jede BlĂŒte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blĂŒht jede Lebensstufe, BlĂŒht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. 
 Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschĂŒtzt und der uns hilft, zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, An keinem wie an einer Heimat hĂ€ngen, 
 Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lĂ€hmender Gewöhnung sich entraffen. 
 Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden, Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! «

TĂ€glicher Schreibanreiz
Beschreibe eine Phase in deinem Leben, von der du dich schwer verabschieden konntest.

Describe a phase in life that was difficult to say goodbye to.  |  ErzĂ€hl mal von einer Phase in deinem Leben, von der du dich nur schwer verabschieden konntest.

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Autor: Bernd @rueckzuginsprivate.de

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================