🎶 Liebes Tagebuch, vom Camping am Schalter zur Abenteuerreise im brennenden ICE.

Dieser Vortrag ist eine klassische satirische Abrechnung mit den Tücken des Bahnfahrens, die in Form von humorvollen Tagebucheinträgen verpackt ist. Er überspitzt typische Alltagsprobleme der Deutschen Bahn bis ins Absurde, um die Geduldsprobe der Fahrgäste zu veranschaulichen.

Die Reise beginnt bereits Tage vor der eigentlichen Abfahrt im Reisezentrum. Aufgrund komplexer Preissysteme und langer Warteschlangen wird der Bahnhof zum Campingplatz. Der Protagonist zeltet tagelang dort, nur um eine Fahrkarte zu ergattern – eine Anspielung auf den enormen Zeitaufwand und die komplizierte Tarifstruktur.

Der Zug hat so viel Verspätung, dass man trotz tagelanger Wartezeit noch den „Frühbucherrabatt” erhält. Der Komfort beschränkt sich auf einen Stehplatz vor der Toilette und ein Durchkommen im Zug ist wegen der Menschenmassen unmöglich. Der ICE schleicht so langsam über die Gleise, dass er sogar von Fahrradfahrern überholt wird.

Ein zentrales Motiv ist die extreme Dauer der Reise. Sie geht so weit, dass Passagiere an Bord Kinder zur Welt bringen, Besucher der längst vergangenen Expo 2000 immer noch im Zug sitzen, inzwischen hüftlange Bärte tragen und Anschlusszüge durchgegeben werden, die bereits seit Monaten abgefahren sind.

Trotz eines brennenden Triebwagens, eines Stromausfalls und eines totalen Stillstands auf offener Strecke bleibt der Erzähler demonstrativ optimistisch. Er nutzt das Licht der Flammen zum Schreiben und preist die „Naturverbundenheit” und Entschleunigung der Reise.

Der Text nutzt Galgenhumor, um die Diskrepanz zwischen dem modernen Anspruch der Bahn („Highspeed“, „Service“) und der erlebten Realität (Verspätung, Zerfall, Überlastung) darzustellen. Der Protagonist flüchtet sich in absurde Dankbarkeit, um den Wahnsinn der Situation zu ertragen.

Mein Reisetagebuch“ von „Bodo Wartke„, veröffentlicht am 28.03.2006 auf dem Album „Achillesverse – Live in Berlin“.

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📅❓ Träumer

Ich sehe Kinder, die gerne zur Schule gehen, ich sehe Lehrer die sie respektiern
Ich sehe Mütter & Väter, die gerne kochen und die nie die Nerven verliern
Ich sehe Eltern, die sich immer lieben, ich sehe Arbeit die sich lohnt
Ich sehe eine glückliche Großmutter, die bei ihrer Familie wohnt

Ich sehe Leute, die nie entlassen werden und Betriebe die floriern
Ich sehe Jugendliche mit Ausbildungsplätzen, die Drogen ignoriern
Ich sehe ehemalige Junkies im Fitness-Studio
Ich sehe schmucke Häuschen im Grünen mit Carport & Gästeklo

Ich sehe junge Leute im Freibad auf Ferrari-Handtüchern liegen
Ich sehe verliebte Pärchen, die werden sich nie betrügen
Ich sehe lustige Immigranten, die sich auf Deutsch unterhalten
Ich sehe nochmal die jungen Leute, wie sie einen Gang höher schalten

Ich sehe Soldaten, die gesund nach Hause kommen, und Flugzeuge die sicher landen
Ich sehe Russlanddeutsche, die bei uns ein neues zu Hause fanden
Ich sehe all die glücklichen Kühe, ich sehe all die prallen Euter
Und ich sehe die blühenden Landschaften und ich wandere immer weiter

Und all die zerbrochenen Träume
die kann es hier nicht geben
denn das hier ist ein schönes Lied
und es heißt : Gelingendes Leben……


Angelehnt an diesen Song habe ich noch einige Zeilen hinzugefügt:

Ich sehe Politiker:innen, die Schaden vom Volk abwenden und seinen Nutzen mehren.

Ich sehe ehemalige Rüstungsmanager:innen, die Frieden und Diplomatie predigen und Busse und Bahnen bauen.

Ich sehe Shareholder, die das Gemeinwohl bilanzieren und ein Grundeinkommen finanzieren.

Ich sehe ehemalige Fleischesser:innen, die Gnadenhöfe unterstützen und den Hunger in der Welt beseitigen.

Ich sehe Wähler:innen, die keine Parteien mehr wählen, sondern sich in Bürgerräten engagieren.

Ich sehe Parteien, die an der politischen Willensbildung mitwirken und sich jedem Lobbyismus entziehen.

Ich sehe ehemalige Autofahrer:innen, die Bus und Bahn fahren und in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen.

Ich sehe Bauunternehmer:innen, die Häuser ohne Beton bauen und den Altbestand erhalten.

Ich sehe ehemalige Flug- und Schiffsreisende, die im Sauerland, an der Nord- oder Ostsee oder in den Bergen Urlaub machen.

Ich sehe ehemalige Lkw-Fahrer, die jetzt Busse und Bahnen lenken und jeden Tag einmal zu Hause sind.

Ich sehe muslimische Mädchen, Jugendliche und Frauen, die ohne Angst ein Kopftuch tragen und lieben dürfen, wen sie wollen.

Ich sehe Schülerinnen und Schüler, die geistig und musisch gebildet die Schule verlassen und ohne Existenzsorgen in die Zukunft blicken.

Ich sehe Kinder, die draußen in der Natur spielen und Smartphones als Werkzeuge betrachten.

Ich sehe Menschen, die früher prekär lebten und nun mit Grundeinkommen und einer Arbeit über die Runden kommen.

Ich sehe Menschen, die sich gegenseitig und selbstlos helfen.

Ich sehe ehemalige Zwangsprostituierte, die frei und unabhängig sind und in anderen sozialen Berufen arbeiten.

Ich sehe Frauen, die arbeiten und den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten sowie die Hälfte aller Führungspositionen besetzen.

Ich sehe eine Erde, die wieder biologisch vielfältiger wird und sich langsam abkühlt.

Ich sehe Staaten, die sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen und auch kein Vetorecht bei der UNO mehr besitzen.


Thematisch passt auch Bodo Wartkes „Überwunden” (29.08.2025, Spotify, YouTube, Deezer, Apple) gut dazu:

Wir haben den Rassismus überwunden
Er findet endlich nirgendwo mehr statt
Und nach und nach verheilen all die Wunden
Die er jahrtausendelang geschlagen hat

Wir haben auch den Nationalismus überwunden
Weil inzwischen auch der Letzte erkennt:
Wir alle sind miteinander verbunden
Und es gibt so viel mehr, was uns verbindet, als uns trennt

Auch den Faschismus ham wir übеrwunden
Minderheitеn werden nicht mehr unterdrückt
Wir brauchten dafür ein paar Ehrenrunden
Doch inzwischen ist es überall geglückt!

Wir haben auch den Antisemitismus überwunden
Bei diesem Blödsinn macht heut niemand mehr mit
Von allen menschheitsgeschichtlich profunden
Entwicklungsschritten war das so mit der größte Schritt

Wir haben den Neoliberalismus überwunden
Eine große Last wurde von uns genommen
Seitdem kommen wir alle viel besser über die Runden
Dank dem bedingungslosen Grundeinkommen

Wir haben auch die Korruption überwunden
In Wirtschaft, Behörden, Polizei und Politik
Wir haben aus dem Sumpf herausgefunden
Und das Verbrechen besiegt

Wir haben das Patriarchat überwunden
Und die Geschlechterungerechtigkeit
Frauen sind endlich ebenbürtig eingebunden
Das wurde ja auch verdammt noch mal Zeit!

Wir haben die Homophobie überwunden
Und all die toxische Männlichkeit
Sie ist endlich rückstandslos verschwunden
Und stattdessen herrscht Regenbogen-Pride!

Wir haben die Religionen neu erfunden
Sie sind für viele Menschen offenbar elementar
Doch den Fanatismus ham wir ja überwunden
Seitdem stellen Religionen keine Gefahr mehr dar

Auch das Artensterben ham wir überwunden
Denn inzwischen ham wir alle kapiert:
Wird das Artensterben nicht unterbunden
Sind die Nächsten, die aussterben, wir

Wir haben die Klimakrise überwunden
Wir haben es gemeinschaftlich gepackt!
Der Planet ist endlich wieder am Gesunden
Und die Ökosysteme sind intakt

Ich hoffe ja, dass ich unumwunden
All das mal meinen Kindern sagen kann
Wir haben uns und Mutter Erde lang genug geschunden
Und jetzt fang’n wir damit aufzuhören an!


Das Wort, das mich beschreibt:

„Träumer”

Ich bin in guter Gesellschaft.

Täglicher Schreibanreiz
Nenne ein Wort, das dich beschreibt.

What is one word that describes you?  |  Welches Wort beschreibt dich am besten?

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Happy New Year 2026

»Wir haben den Rassismus überwunden
Er findet endlich nirgendwo mehr statt
Und nach und nach verheilen all die Wunden
Die er jahrtausendelang geschlagen hat

Wir haben auch den Nationalismus überwunden
Weil inzwischen auch der Letzte erkennt
Wir alle sind miteinander verbunden
Und es gibt so viel mehr, was uns verbindet, als uns trennt

Auch den Faschismus hab′n wir überwunden
Minderheiten werden nicht mehr unterdrückt
Wir brauchten dafür ein paar Ehrenrunden
Doch inzwischen ist es überall geglückt

Wir haben auch den Antisemitismus überwunden
Bei diesem Blödsinn macht heut niemand mehr mit
Von allen menschheitsgeschichtlich profunden
Entwicklungsschritten war das so mit der größte Schritt

Wir haben den Neoliberalismus überwunden
Eine große Last wurde von uns genommen
Seitdem kommen wir alle viel besser über die Runden
Dank dem bedingungslosen Grundeinkommen

Wir haben auch die Korruption überwunden
In Wirtschaft, Behörden, Polizei und Politik
Wir haben aus dem Sumpf herausgefunden
Und das Verbrechen besiegt

Wir haben das Patriarchat überwunden
Und die Geschlechterungerechtigkeit
Frauen sind endlich ebenbürtig eingebunden
Das wurde ja auch verdammt noch mal Zeit

Wir haben die Homophobie überwunden
Und all die toxische Männlichkeit
Sie ist endlich rückstandslos verschwunden
Und stattdessen herrscht Regenbogen-Pride

Wir haben die Religionen neu erfunden
Sie sind für viele Menschen offenbar elementar
Doch den Fanatismus hab’n wir ja überwunden
Seitdem stellen Religionen keine Gefahr mehr dar

Auch das Artensterben hab′n wir überwunden
Denn inzwischen hab’n wir alle kapiert
Wird das Artensterben nicht unterbunden
Sind die Nächsten, die aussterben, wir

Wir haben die Klimakrise überwunden
Wir haben es gemeinschaftlich gepackt
Der Planet ist endlich wieder am Gesunden
Und die Ökosysteme sind intakt

Ich hoffe ja, dass ich unumwunden
All das mal meinen Kindern sagen kann
Wir haben uns und Mutter Erde lang genug geschunden
Und jetzt fang’n wir damit aufzuhören an«

https://www.deezer.com/de/album/793741651

https://music.apple.com/de/song/%C3%BCberwunden/1828430621

Bodo Wartke, Überwunden, 29.08.2025

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

Ich spür‘ bis zu den Ohr′n mein Herz leise klopfen, wie aus meinen Por’n heiße Schweißtropfen tropfen.

28.10.2022– | track: –90 Grad – Live bei TV Noir- | artist: –Bodo Wartke– | album: -90 Grad (Live bei TV Noir)-

Der Songtext „90 Grad“ von Bodo Wartke beschreibt die intensive und überwältigende körperliche und emotionale Erfahrung des lyrischen Ichs mit einer Partnerin beim Tanzen oder in inniger Umarmung.

Die Haut der Partnerin wird als unglaublich weich und vertraut beschrieben. Der Duft ihrer Haare wird als betörend und ekstatisch empfunden. Das lyrische Ich spürt starkes Herzklopfen, Schweiß und befindet sich in Verlegenheit und Erregung, als sich die Körper aneinander schmiegen und bewegen.

Es herrscht eine „vollkommen synchrone“ und harmonische Verbindung, die als nonverbale Kommunikation interpretiert wird. Man ist zu zweit und gleichzeitig „eins“. Bewunderung und Schönheit: Die Partnerin wird als wunderschön beschrieben, und der geteilte Augenblick ist von solch besonderer Schönheit, dass das lyrische Ich wünscht, er möge verweilen.

Die gemeinsame Erfahrung lässt das lyrische Ich alle „Last des Seins“ vergessen und sich befreit fühlen. Im Kern feiert der Text die tiefe, sinnliche Verbundenheit und die überwältigende Anziehung zwischen Mann und Frau, die sich in einem Moment geteilter Harmonie und Schönheit manifestiert.

Christine.  |  On this day in music.

Triggerwarnung: Beim Lesen dieses Beitrags oder beim Hören dieses Songs könnten Sie traurig werden.

26.09.2013– | track: –Christine – Live- | artist: –Bodo Wartke– | album: -Klaviersdelikte – Live In Bremen-

In dem Songtext von Bodo Wartke erinnert er sich an den frühen Tod seiner jüngeren Schwester Christine.

Bodo Wartke war damals selbst noch sehr klein – nur drei Jahre alt –, während seine Schwester lediglich einen Monat und einen Tag alt wurde. Obwohl der Tod absehbar war, traf er die Familie dennoch hart.

Der Text beschreibt, wie die Mutter nach dem tragischen Ereignis Trost bei ihm suchte, indem sie ihn festhielt, um sich gegenseitig Halt zu geben. Im Laufe seines Lebens verarbeitet Bodo diesen Verlust, indem er versucht, weiterzumachen und eine Normalität aufrechtzuerhalten, obwohl die Trauer tief sitzt.

Oft fragt er sich, wie das Leben mit seiner Schwester gewesen wäre und welche Persönlichkeit sie gehabt hätte. Er stellt sich vor, wie die beiden sich ähneln und welche Eigenschaften sie von den Eltern geerbt hätte. Trotz ihrer Abwesenheit fühlt der Sprecher, dass seine Schwester immer noch präsent ist. Das zeigt sich besonders in der Zeile, in der er sagt, dass er eine Schwester hat, die „zwar nicht mehr hier“, aber „da“ ist.