📅❓ Ein Brief an mein 20-jähriges Ich: Warum wir genau richtig sind und warum unsere Skepsis berechtigt war – ein Blick zurück nach vorn.

Wenn ich meinem 20-jährigen Ich eine Botschaft übermitteln könnte, wäre es meine heutige, späte Erkenntnis, dass wir introvertiert sind. Ich würde ihm erklären, welche Eigenschaften dazugehören – wir haben viele davon – und dass es völlig in Ordnung ist, diese Eigenschaften zu haben und zu leben. Und dass die elterlichen Glaubenssätze, wir würden nicht genügen, wenn wir so sind, schlichtweg nicht stimmen. Wir müssen uns nicht wie Extravertierte verhalten. So, wie wir sind, sind wir genug und richtig.

Ich würde meinem 20-jährigen Ich raten, die Ausbildung zu beenden und anschließend das Abitur nachzuholen und zu studieren.

AuĂźerdem wĂĽrde ich ihm Mut machen, den Wehrdienst zu verweigern. Wir wĂĽrden einer ĂśberprĂĽfung unseres Gewissens standhalten.

Ich würde ihm sagen, dass man den Parteien, auch den neuen Grünen, nicht trauen kann, da sie im Laufe der Zeit allesamt von Kriegstreibern gekapert werden. 40 Jahre später würden sie die Vernichtung Europas und Russlands mindestens in Kauf nehmen, selbst die neue Partei, die u. a. aus der Friedensbewegung entstammt.

Ich würde meinem 20-jährigen Ich raten, sich mit aller Kraft gegen Aufrüstung und für Diplomatie zu engagieren. Ich würde ihm sagen, dass Hans-Dietrich Genscher der letzte fähige Außenminister der Bundesrepublik Deutschland war, der sich auf Diplomatie verstand, und dass ihm Politiker:innen folgen werden, die dieses Handwerk nicht verstehen und sich wie ein Elefant im Porzellanladen in der Welt bewegen werden.

Ich würde meinem 20-jährigen Ich sagen, dass unsere Überlegung als 15-Jähriger, keine leiblichen Kinder in die Welt zu setzen, völlig korrekt ist. Es wird sich zeigen, dass sich die Welt klimatisch, gesellschaftlich, politisch und militärisch in einem sich beschleunigenden freien Fall befindet. Ich würde ihm berichten, dass es gut gewesen sein wird, Kinder zu adoptieren oder in Pflege zu nehmen und weltweite finanzielle Kinderpatenschaften zu übernehmen.

Ich wĂĽrde ihm sagen, dass Franz Alt noch lebt und bis heute Recht hat.

Täglicher Schreibanreiz
Was würdest du deinem 20-jährigen Ich gern sagen?

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

Avatar von Unbekannt

Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

Ein Gedanke zu „đź“…âť“ Ein Brief an mein 20-jähriges Ich: Warum wir genau richtig sind und warum unsere Skepsis berechtigt war – ein Blick zurĂĽck nach vorn.“

Kommentare sind geschlossen.