âAlles gut! Genau. Lasst uns zeitnah beginnen.â Am 25.02.2026 lautete der Daily Prompt: âWenn du ein Wort endgĂŒltig aus der allgemeinen Verwendung verbannen könntest, welches wĂ€re das? Warum?“.
Hier ist meine damalige Antwort:
âAlles gut!â nervt. Diese Floskel ist maximal unverbindlich und signalisiert, dass nicht tiefer gegraben werden soll.
Ebenso âzeitnahâ, das inhaltlich völlig leer ist und auch ohne BegrĂŒndung den Sankt-Nimmerleins-Tag bedeuten kann. âUnverzĂŒglichâ ist stattdessen zu verwenden. Dies ist in § 121 Abs. 1 Satz 1 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt: âUnverzĂŒglichâ bedeutet âohne schuldhaftes Zögernâ. Verbindlich. Rechtssicher.
Anstatt eine Denk- oder Sprechpause einzulegen, wird âgenauâ unzĂ€hlige Male in einem Vortrag verwendet, um die eigene Denkpause zu fĂŒllen. Es wirkt, als hĂ€tte jemand die Regel aufgestellt, dass es keine Pausen in einem Vortrag, GesprĂ€ch oder Interview geben darf. Durch die Verwendung von âgenauâ als Denk- oder SprechpausenfĂŒller wird verhindert, dass die Zuhörer:innen die Pause des Vortragenden zum eigenen Denken nutzen. Vielleicht ist das genau der Grund fĂŒr die unsĂ€gliche Verwendung dieses FĂŒllwortes.
Whatâs a word or phrase that annoys you? | Welches Wort oder welcher Ausdruck nervt dich?
„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/
„Genau“, frĂŒher gab es da das berĂŒhmte „… Ă€h …“ aber „genau“ klingt natĂŒrlich intellektueller und ersetzt auĂerdem etwa fehlende Zustimmung aus dem Auditorium. Wem „genau“ zu lang ist und/oder wer auf Zustimmung verzichten kann, ersetzt „genau“ durch „ja“. Das ist genauso lang und wirksam, wie das altmodische und erzkonservative „Ă€h“.
„Da bin ich ganz bei Dir!“ Das gehört auch ins Phrasenđ