📅❓ RĂŒckzug ins Private. Warum ich nicht mehr wĂ€hle: Mein Abschied von der Wahlurne.

Nein, ich nehme mein politisches Wahlrecht nach 2024 nicht mehr wahr.

An dieser Stelle kann ich nur sehr oberflÀchlich darauf eingehen:

Um mein Wahlrecht ausĂŒben zu können, muss ich eine Wahl haben. Die Entwicklung seit 1983 zeigt jedoch, dass die im Bundestag oder im Landtag vertretenen Parteien zwar unterschiedliche Partei- und Wahlprogramme haben, ihr Handeln dagegen immer Ă€hnlicher wird. Wenn Probleme erkannt werden, werden sie zwar benannt, doch die beschlossenen Maßnahmen sind immer mangelhaft oder ungenĂŒgend. Ich habe den Eindruck, dass die GewĂ€hlten wem auch immer dienen, aber nicht mehr den Menschen in ihrem Land.

Die politischen Parteien sollen an der politischen Willensbildung mitwirken, geeignetes Personal fĂŒr Parlamente und Ämter finden und durch eine Verbindung zum Volk die Herrschaft des Staates rechtfertigen. Als Opposition sollen sie die Regierung ĂŒberwachen.
Heute bestimmen die Parteien die politische Willensbildung und schĂŒchtern das Volk durch Angstmache ein. Sie finden kein geeignetes Personal mehr fĂŒr Parlamente und Ämter, weil sich die Geeigneten angewidert abwenden oder die Parteien nur angepasste Menschen fördern. Die Parteien haben die Verbindung zum Volk verloren, weil sie offensichtlich anderen Interessen dienen oder dienen mĂŒssen. Dadurch verbindet sich das Volk mit radikalen Polit-Darstellern, glaubt ihnen als Alternative und ist am Ende wieder nur verfĂŒhrt. Eine wirksame Opposition gibt es nicht mehr, auch nicht in Form eines neutral aufklĂ€renden Journalismus. Selbst dieser ist zur Partei geworden.

Seit Angela Merkel die CDU und die Bundesrepublik fĂŒhrte und sedierte, habe ich Parteien gewĂ€hlt, die immer an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde scheiterten. Ich habe immer gehofft, dass die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler aufwachen und es mir gleichtun, damit frischer Wind in die Parlamente einzieht. Doch diese Hoffnung starb zuletzt.

Nun warte ich auf die Zeit nach der nĂ€chsten Stunde Null, die dem freien, nicht mehr aufzuhaltenden Fall (beispielsweise Klimakatastrophe, Krieg, Atomkrieg und/oder Totalitarismus in Verbindung mit einer Diktatur oder Gewaltherrschaft) unweigerlich folgen wird. Ich bin bereit, meine ganze Kraft fĂŒr einen gelingenden Neuanfang aufzuwenden.

Ich war einmal Mitglied einer Volkspartei und besuchte eine Versammlung auf unterster Ebene. Ich war entsetzt darĂŒber, wie der Vorstand und der Vorsitzende mit Andersdenkenden umgingen. Argumente wurden durch LautstĂ€rke ersetzt und der Meinungskorridor war sehr eng. Es war mein letzter Besuch einer solchen Versammlung und ich trat sofort aus dieser Partei aus. Das war nicht etwa in jĂŒngster Vergangenheit, sondern Anfang der 1980er Jahre. Heute werden Andersdenkende mit Mitteln des Europarechts zum Schweigen gebracht, sie werden gecancelt – und das sogar immer hĂ€ufiger, auch unter Prominenten.

In dem genannten Jahrzehnt wurde ein junger Arbeitskollege von mir in den Stadtrat gewÀhlt. Er blieb nur eine Wahlperiode lang, wurde in die letzte Reihe verbannt und war gezwungen, das zu tun, was die Altvorderen wollten. Eine Auflehnung dagegen hÀtte seinen Beruf und seine Familie gefÀhrdet.

PS: Ich warne unermĂŒdlich davor, die Parteien mit einem „C” in ihrem Namen zu wĂ€hlen, da mir mein GefĂŒhl sagt, dass diese Parteien rechts von der sogenannten „Alternative” stehen. Seit es diese sogenannte Alternative und den Wahl-O-Mat gibt, wird meine These gestĂ€rkt: Mit den beiden Parteien habe ich immer die geringsten Gemeinsamkeiten und die restliche Übereinstimmungen mit den C-Parteien sind immer geringer als mit der sogenannten Alternative.

TĂ€glicher Schreibanreiz
Machst du von deinem politischen Wahlrecht Gebrauch?

Do you vote in political elections?  |  Gehst du bei politischen Wahlen wĂ€hlen?

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

5 Gedanken zu „📅❓ RĂŒckzug ins Private. Warum ich nicht mehr wĂ€hle: Mein Abschied von der Wahlurne.“

  1. gute Analyse 👍 ich hoffe auf das Gute im Menschen, auch wenn es im Moment fĂŒr den Planeten 🌎🌍🌏 schlecht steht, und kurzsichtige Lösungen von der Politik angestrebt werden – fĂŒr komplexe Probleme!? – so ist jede Krise auch eine Chance zum Umdenken … Ich versuche zumindest im Moment positiv und bei mir zu sein â˜ș

    Gemeinsam đŸ€, Miteinander â˜źïžâ™€ïžđŸ’•und Voneinander LernenđŸ§ đŸ‘ïžĂŒber Generationen, Kulturen, ja sogar Religionen hinweg … meine Utopie â˜ș☀â˜ș

    1. Danke! Da politische und gesellschaftliche Entwicklungen selten linear verlaufen, rechne ich auch immer mit Interventionen, die eine Wende zum Besseren bewirken. Herzliche GrĂŒĂŸe

  2. Ich stimme Dir absolut zu, auch ich hoffe auf den großen Knall , eine Demokratie kann ich schon lange hierzulande nicht mehr erkennen, genausowenig wie Meinungsfreiheit.

  3. Braucht es wirklich den großen Knall? Ich wĂŒnsche ihn nicht, aber möglicherweise ist er unausweichlich.

    Mich ĂŒberzeugt Deine Analyse, aber die Konsequenz ĂŒberzeugt mich nicht. Ich gehe zur Wahl und wĂ€hle das geringere Übel. Denn bei jeder Partei gilt es Kröten zu schlucken. Aber besser eine als fĂŒnf.

    1. Ich brauche keinen großen Knall. Er wird geradlinig inszeniert. Wie schon gesagt, erleben wir gerade die Inszenierung von Demokratie inklusive Wahlen, die nichts verĂ€ndern. Noch nie hat ein Theaterpublikum die RealitĂ€t verĂ€ndert. Wir alle sind „Truman Burbank”.

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