Der am 07.02.1986 als Single veröffentlichte Song „Moon Over Bourbon Street“ von Sting beschreibt die Zerrissenheit eines übernatürlichen Wesens – offensichtlich eines Vampirs –, das nachts durch das French Quarter von New Orleans streift.
Die Hauptfigur führt ein Doppelleben und leidet unter ihrer eigenen Natur. Sie beschreibt sich selbst mit dem „Gesicht eines Sünders“, aber den „Händen eines Priesters“. Dieser Gegensatz verdeutlicht den Kampf zwischen seinem mörderischen Instinkt und seinem verbliebenen moralischen Gewissen. Er betet täglich darum, stark zu bleiben, obwohl ihm bewusst ist, dass sein Handeln falsch ist.
Der Protagonist sieht sich selbst als Opfer. Er sei vor vielen Jahren wie ein unschuldiges Lamm in dieses Leben „hineingefallen“. Nun ist er ein Gefangener der Nacht, der das Tageslicht niemals sehen darf und gezwungen ist, im Verborgenen zu agieren. Ein zentrales Motiv ist die Beobachtung einer jungen, unschuldigen Frau. Nachts steht er vor ihrem Fenster und kämpft mit seinem Jagdinstinkt. Die Zeile „Ich muss lieben, was ich zerstöre, und das zerstören, was ich liebe“ bringt das tragische Paradoxon seines Daseins auf den Punkt: Seine Zuneigung ist für das Objekt seiner Begierde gleichzeitig die größte Gefahr.
Der Song nutzt das nächtliche New Orleans (Bourbon Street) als stimmungsvolle Kulisse. Das blasse Mondlicht und die Straßenlaternen unterstreichen die melancholische, geheimnisvolle und leicht unheimliche Grundstimmung. Er ist das Porträt eines „gentleman-artigen“ Monsters, das zwischen seiner monströsen Biologie und seiner menschlichen Seele gefangen ist. Einsam sucht es in der Dunkelheit nach Erlösung, die es nie finden wird.
https://www.deezer.com/en/track/1140663
https://music.apple.com/de/song/moon-over-bourbon-street/1650884750
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