📅❓ Alter, dicker, weißer, birnenförmiger Mann.

Es war einmal zu einer Zeit, als ein alter, dicker, weißer, birnenförmiger Mann dafür sorgte, dass innerhalb kurzer Zeit rund 2,5 Millionen Menschen nach Deutschland übersiedelten.

Gerade zu dieser Zeit lief der zeitlich befristete Mietvertrag einer dreiköpfigen Familie mit Katzen und Hund aus und die Vermieterin wollte oder musste das Haus zur Schuldentilgung ihrer in den USA lebenden Tochter verkaufen. Die anfängliche Kaufpreisforderung war unvorstellbar hoch und für die kleine Familie nicht bezahlbar. Also machte sich die Familie auf die Suche nach einem adäquaten Haus zur Miete.

Doch der Markt war abgegrast. Die wenigen noch anbietenden Vermieter konnten sich die Mieter aussuchen. Entweder mochten sie keine Katzen, keine Hunde oder keine Kinder. Oder sie mochten weder Katzen noch Hunde noch Kinder.

Nach monatelangem Suchen fand die Familie kein Mietobjekt, weder Haus noch Wohnung. Also begann sie, sich nach einem Haus zum Kaufen umzuschauen. Sie suchte Makler auf und bot auf Auktionen für zu versteigernde Immobilien. Immer, wenn sie fast den Zuschlag bekommen hätte, kam einer der 2,5 Millionen Übersiedler und bot mehr. Die kleine Familie sah sich schon unter einer Brücke schlafen.

Dann erfuhren sie von Bekannten, dass ein Hausbesitzer gerade waagerecht und mit den Füßen zuerst aus seinem Haus getragen wurde. Jeden Anstand und jede Pietät hinter sich lassend, sprach die kleine Familie die Erben noch vor der Beerdigung auf dieses Haus an – und tatsächlich sollte das Haus verkauft werden. Unmittelbar nach der Beerdigung einigte man sich auf den Kaufpreis und einen Notartermin. Am Vorabend des Notartermins rief der Notar an und teilte mit, dass der Verkäufer den Kaufpreis kurzfristig um zehn Prozent erhöht habe und dieser Preis nicht verhandelbar sei. Die kleine Familie nahm sich eine kurze Bedenkzeit, ging die Finanzierung mit ihrer Bank durch und schluckte die Kröte des höheren Kaufpreises. Die Bank stimmte der Finanzierung jedoch nur zu, wenn die Familie bestimmte Eigenleistungen bei der Renovierung des Hauses erbrachte.

Es begannen drei Monate, in denen der Familienvater jede freie Minute mit der Renovierung des heruntergekommenen Altbaus verbrachte. Neben seiner 40-Stunden-Woche in der Firma und neben seinen Prüfungsvorbereitungen zum Verwaltungsbetriebswirt.

Ach ja, der Familienvater hatte handwerklich zwei linke Hände. Glücklicherweise hatte er zwei gestandene Bauarbeiter an seiner Seite, die gegen Bezahlung ebenfalls drei Monate lang in ihrer Freizeit halfen. Von ihnen lernte der Familienvater einiges, was zur Renovierung eines Altbaus nötig war. Außerdem halfen zeitweise sein Bruder und seine Schwägerin sowie ein befreundetes Ehepaar, das froh war, sich erkenntlich zu zeigen für die Monate, in denen es mit seinen beiden Kindern von der kleinen Familie beherbergt worden war, da es sonst obdachlos geworden wäre.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind der kleinen Familie alte, dicke, weiße, birnenförmige Männer noch heute suspekt.

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