Als die Dämmerung über uns hereinbricht, kündigt sich der letzte Vorhang an.

Der Song ist ein intensiver Mix aus Melancholie, Verzweiflung und einem nahezu aggressiven Vorwärtsdrang. Er beschreibt den Kampf gegen die eigene Lähmung in einer Welt, die sich gnadenlos weiterdreht. Im Text wird mehrfach betont, dass die Zeit keine Rücksicht auf Gefühle nimmt. Egal, wie oft man weint, der „graue Himmel” oder der Morgen kommen trotzdem. Ein Verharren im Schmerz ist nicht möglich, da die Welt einen zur Bewegung zwingt. Die Zeile „Dass es keinen Regen gibt, der nicht irgendwann aufhört“ wird hier beinahe zynisch als Floskel abgetan, denn der Fokus liegt nicht auf Trost, sondern auf der harten Realität.

Metaphern wie das „luxuriöse Kreuzfahrtschiff ohne Kapitän“, das in Träumen versinkt, beschreiben ein Leben oder einen Plan, die völlig außer Kontrolle geraten sind. Das „perfekte Szenario“ ist kollabiert. Es herrscht ein Gefühl von Isolation und Verlust, von Getrenntsein in der Dunkelheit. Die radikal einfache Lösung, die der Song anbietet, ist die Flucht nach vorne.

Man muss „mit voller Geschwindigkeit“ rennen, um der Traurigkeit und der Welt zu entkommen. Der „Countdown“, um das „Jetzt“ zu töten oder zu zerstören, symbolisiert einen radikalen Neuanfang. Es geht darum, das alte, leidende Ich hinter sich zu lassen.

Der Song nutzt starke, beinah nihilistische Bilder. Die Darstellung des Sonnenuntergangs als Zeichen des Todes zeigt eine tiefe innere Dunkelheit. Die Welt wird als unbarmherzig wahrgenommen und das Licht der Sonne beinahe als störend empfunden.

Der Song ist ein Appell zur Selbstüberwindung. Er erkennt den tiefen Schmerz und das Scheitern an, fordert aber dazu auf, die „Fesseln” zu sprengen und die Dunkelheit durch schiere Geschwindigkeit und Entschlossenheit zu durchbrechen. Es ist weniger eine hoffnungsvolle Hymne als ein verzweifelter, kraftvoller Ausbruchsversuch. Wenn alles zusammenbricht und man in Trauer versinkt, bleibt nur eines: schneller zu sein als der Schmerz und sich radikal in die Zukunft zu katapultieren.

カウントダウン / Countdown“ von „MUCC„, veröffentlicht am 13.02.2019 auf dem Album „壊れたピアノとリビングデッド / Kowareta piano to living dead“.

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Zwischen diesen Händen ist eine Stille.

Der am 08.02.2019 auf dem Album „Music Inspired by the Film Roma” veröffentlichte Song „Between These Hands” von Asaf Avidan ist eine dichte, poetische Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und der erdrückenden Leere, die der Tod eines geliebten Menschen hinterlässt. Die Metapher „Zwischen diesen Händen” fungiert dabei als roter Faden für das, was vom Leben übrig bleibt, wenn die Person verschwunden ist.

Der Text beschreibt Stille und Dunkelheit nicht als Nichts, sondern als etwas Greifbares und Paradoxes. Die Stille wird beispielsweise als „laut wie ein Baby, das ohne Atem geboren wurde“ beschrieben – ein extrem kraftvolles Bild für einen Schmerz, der so präsent ist, dass er fast physischen Raum einnimmt. Die Dunkelheit nimmt den Platz der vermissten Person ein. In der zweiten Strophe wechselt die Perspektive zu einem Bild des Abflugs oder der Distanzierung. Der Blick von oben auf einen Körper oder eine Brücke symbolisiert die Trennung zwischen den Lebenden und den „Fortgegangenen“. Es beschreibt den Moment, in dem man beginnt, das Geschehene aus einer fast surrealen, distanzierten Perspektive zu betrachten.

Das Bild der „Bibel, die nie geschrieben, aber bereits verbrannt wurde“, deutet auf eine tiefe existenzielle Erschütterung hin. Es suggeriert: Eine Geschichte, die nicht zu Ende erzählt werden konnte. Einen Glauben oder eine Hoffnung, die zerstört wurde, bevor sie Trost spenden konnte. Es vermittelt die Endgültigkeit und Sinnlosigkeit, die oft im Angesicht des Todes empfunden werden.

Der Song fängt das Gefühl ein, etwas festzuhalten, das nicht mehr da ist. Er handelt von der schweren Last des Nichts und der Suche nach Worten für ein Ereignis, das jede herkömmliche „Heilsgeschichte“ sprengt.

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https://music.apple.com/gb/song/between-these-hands/1450305851

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