„Es gehört und bleibt der unveränderliche Wesenskern der Politik der Bundesrepublik Deutschland, an der Seite dieses Landes zu stehen. Das gilt für heute, das gilt für morgen, das gilt für immer.“ [1]

Der Artikel „Willkommen in der Hölle“ beschreibt die schweren Vorwürfe gegen israelische Soldaten, die wegen Folterung von palästinensischen Gefangenen angeklagt wurden, darunter brutale Misshandlungen und sexuelle Gewalt. Ein UN-Bericht kritisiert die Bedingungen in israelischen Haftlagern, in denen Tausende Palästinenser, darunter auch Zivilisten und medizinisches Personal, willkürlich festgehalten und gefoltert werden. Der Artikel hebt hervor, dass die israelische Regierung unter Premierminister Netanyahu eine systematische Politik der Folter verfolgt, während die internationale Gemeinschaft und Menschenrechtsorganisationen alarmierende Berichte über die Misshandlungen veröffentlichen. Insgesamt wird ein Bild eines repressiven und gewalttätigen Systems gezeichnet, das darauf abzielt, die palästinensische Bevölkerung zu unterdrücken und zu entmenschlichen.

»„Statt Anerkennung erhielten wir Anschuldigungen – statt Dank herrscht Stille.“ Das sagte einer der Anfang November vor dem Obersten Gerichtshof in Jerusalem wegen schwerer Folter an Palästinensern im Internierungslager Sde Teiman im Süden Israels angeklagten Soldaten gegenüber dem israelischen Kanal 7. Der Folterer sprach nicht nur von einem „Schauprozess“, er prahlte auch mit seinen Taten und gab zum Besten: „Wir werden nicht schweigen. Wir werden weiterhin für Gerechtigkeit und für unsere Familien kämpfen. Vielleicht hast du versucht, uns zu brechen, aber vergessen, dass wir die Stärke von hundert Männern sind.” Ein Artikel von Wiebke Diehl.«, 16.12.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=143686

hören:

~ Der Artikel beschreibt die schweren Vorwürfe wegen Folter an Palästinensern im Internierungslager Sde Teiman, die gegen israelische Soldaten erhoben werden.

~ Ein Soldat prahlt darin mit seinen Taten und spricht von einem „Schauprozess“.

~ Die Anklage betrifft fünf Soldaten, die einem Gefangenen aus Gaza schwere Verletzungen, einschließlich sexueller Gewalt, zugefügt haben sollen.

~ Ein Video der Folter wurde von der Militäranwältin Yifat Tomer Yerushalmi geleakt. Sie trat daraufhin zurück und wurde festgenommen.

~ Ministerpräsident Netanjahu bezeichnete die Veröffentlichung des Videos als einen der schlimmsten Anschläge auf Israels Image.

~ Der UN-Menschenrechtsbericht kritisiert die Bedingungen in israelischen Haftlagern, einschließlich schwerer Folter und unmenschlicher Behandlung.

~ Seit dem 7. Oktober 2023 wurden im Rahmen einer massiven Verhaftungskampagne über 18.500 Palästinenser festgenommen.

~ Tausende Gefangene, darunter medizinisches Personal und Kinder, wurden willkürlich inhaftiert, oft ohne Zugang zu Anwälten oder medizinischer Versorgung.

~ Zu den Folterpraktiken zählen Isolation, Entzug von Nahrung, Wasser, Schlaf und medizinischer Behandlung sowie körperliche und sexuelle Gewalt.

~ Der Artikel berichtet über eine hohe Zahl von Todesfällen unter inhaftierten Palästinensern, die durch Folter und Misshandlungen verursacht wurden.

~ Das israelische Inhaftierungssystem wird demnach als Teil einer systematischen und institutionellen Politik der Folter dargestellt.

~ Abschließend wird festgestellt, dass die Folterpraktiken Teil einer jahrzehntelangen Vernichtungsstrategie gegen Palästinenser sind.

»Angeklagt waren die fünf Reservesoldaten, die schwarze Masken trugen, um ihre Identität zu verbergen, wegen der Folterung eines Gefangenen aus Gaza, dem sie – so die Vorwürfe – abgeschirmt mit Schutzschilden schwere Verletzungen und innere rektale Risse zugefügt haben sollen, indem er vergewaltigt und ihm mit einem spitzen Gegenstand in den Enddarm gestochen worden sein soll. Zudem erlitt der Gefangene einen Lungenriss und gebrochene Rippen. Die entsprechenden, im August 2024 in einem israelischen Nachrichtensender ausgestrahlten Videos von der Tat im „israelischen Guantanamo“ hatten großes Aufsehen erregt. Ende Oktober 2025 bekannte sich dann die oberste israelische Militäranwältin Yifat Tomer-Yarushalmi, für das Leaken des Videos verantwortlich zu sein. Kurz darauf reichte sie ihren Rücktritt ein und wurde festgenommen, weil sie ein Ermittlungsverfahren behindert habe. Zudem wurde sie von rechten Kräften massiv angefeindet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach vom „möglicherweise schlimmsten Anschlag“ auf Israels Image seit der Staatsgründung – und meinte damit nicht etwa die Misshandlung palästinensischer Gefangener, sondern die Veröffentlichung der davon angefertigten Videos.

Bereits vor der Ausstrahlung des Folter-Videos hatte das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (OHCHR) schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben: in einem Bericht kritisierte es im Juli 2024 die Bedingungen in israelischen Haftlagern scharf. Dabei war auch von schwerer Folter und anderer grausamer und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung die Rede – wie sie von UN und Menschenrechtsorganisationen bereits seit Jahrzehnten belegt und angeprangert wird. In dem OHCHR-Bericht ist von Tausenden Palästinensern die Rede, die seit dem 7. Oktober 2023 aus Gaza nach Israel gebracht worden seien, zumeist gefesselt und mit verbundenen Augen. Explizit wird darauf verwiesen, dass es sich bei den Gefangenen auch um medizinisches Personal, um Patienten und Zivilisten, darunter auch Kinder, handelte. Viele seien in Gewahrsam genommen worden, während sie sich in Schulen, Krankenhäusern und Wohngebäuden oder an Kontrollpunkten während ihrer Vertreibung vom Norden in den Süden des Gazastreifens aufgehalten hätten. Hinzu kämen ebenfalls Tausende, die im Westjordanland und in Israel festgenommen worden seien. Den meisten sei ein Kontakt zu Anwälten genauso vorenthalten worden wie eine wirksame gerichtliche Überprüfung ihrer Inhaftierung. Dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sei der Zugang zu den entsprechenden Gefangeneneinrichtungen verweigert worden. Bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts, nach dem die Inhaftierungen allerdings fortgeführt wurden, seien mindestens 53 der Opfer dieser willkürlichen Praktiken in israelischen Militäreinrichtungen und Gefängnissen gestorben.

Im Bericht werden einige der in Israel teils seit Jahrzehnten gängigen Folterpraktiken aufgezählt: die Opfer werden oft tage- oder wochenlanger Isolationshaft ausgesetzt, sie werden in käfigähnlichen Einrichtungen festgehalten, über längere Zeit nackt ausgezogen und müssen Windeln tragen. Zudem werden ihre Augen verbunden und der Entzug von Nahrung, Wasser, Schlaf und medizinischer Behandlung sind an der Tagesordnung. Hinzukommt Folter mit elektrischen Schocks, dem Verbrennen mit Zigaretten, mit Waterboarding (simuliertem Ertrinken) und dem Aufhängen an den Händen oder Füßen an der Decke. Die Rede ist außerdem von Hunden, die auf Gefangene losgelassen wurden – und immer wieder auch von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt. Inzwischen existieren mehrere Berichte, dass Hunde für die sexuelle Folter Gefangener eingesetzt wurden. Anlässlich der Veröffentlichung des Berichts sprach der UN-Menschenrechtsbauftragte Volker Türk, der zugleich auch die palästinensische Autonomiebehörde wegen willkürlicher Verhaftungen, Folter und Misshandlungen kritisierte und bewaffnete palästinensische Gruppen wegen des 7.Oktober verurteilte, von eklatanten Verletzungen der internationalen Menschenrechtsnormen und des humanitären Völkerrechts seitens Israel. „Das Völkerrecht verlangt, dass alle, die ihrer Freiheit beraubt werden, mit Menschlichkeit und Würde behandelt werden, und es verbietet streng Folter oder andere Misshandlungen,“ so Türk.

Seit dem 7. Oktober hat Israel seine seit Jahrzehnten andauernden willkürlichen Inhaftierungen und Folterungen von Palästinensern erheblich intensiviert. Mehr als 18.500 Menschen wurden nach Angaben der palästinensischen Organisation „Addameer“ in der größten Massenverhaftungskampagne seit der zweiten Intifada im Westjordanland und in Ostjerusalem eingesperrt. Neben den Tausenden, deren Verhaftung dokumentiert wurde, existiert noch eine unbekannte Anzahl, die Opfer von undokumentierten Entführungen durch Israel wurden, insbesondere während der ersten Monate des genozidalen Gazakriegs.

Unter den Tausenden Menschen, die Israel – man kann es nicht anders sagen – als Geiseln genommen hat und sie Folter und unmenschlicher Behandlung, teils mit Todesfolge aussetzt, befinden sich insgesamt 431 inhaftierte palästinesische Gesundheitsmitarbeiter, die zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 20. Oktober 2025 aus dem Gazastreifen und teilweise auch aus dem Westjordanland entführt wurden, während die israelische Armee zeitgleich mit gezielten Bombardierungen das Gesundheitssystem der Küstenenklave zerstörte. Fünf der Opfer aus dem Gesundheitsbereich wurden in israelischer Haft getötet, die Leichen aber nicht an ihre Familien zurückgegeben. 95 bleiben auch nach dem Gefangenenaustausch, der im Rahmen des seitens Israel nie eingehaltenen Waffenstillstandsabkommens stattgefunden hat, inhaftiert. Darunter befinden sich Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter. Die meisten inhaftierten Gesundheitsmitarbeiter wurden während ihres Dienstes aus Krankenhäusern und Krankenwagen entführt.

Der wohl bekannteste Gesundheitsmitarbeiter in israelischer Haft ist der Kinderarzt Hussam Abu Safiya, Direktor der Kamal-Adwan-Krankenhauses im Norden Gazas, der am 27. Dezember 2024 – gemeinsam mit weiterem medizinischem Personal und Patienten – von israelischen Soldaten festgenommen wurde, nachdem Truppen das Krankenhaus durchsucht hatten. Dabei wurde die letzte funktionierende medizinische Einrichtung Nordgazas, auf die 75.000 Menschen angewiesen waren, außer Betrieb gesetzt. Die Armee behauptete, ohne hierfür Beweise vorzulegen, Abu Safiya sei ein „Terrorkader“ der Hamas. Bereits drei Monate zuvor, im Oktober 2024, hatte die israelische Armee das von ihm geleitete Krankenhaus gestürmt und versucht, eine der bekanntesten Stimmen des Gesundheitssektors in Gaza, die Menschenrechts- und Hilfsorganisationen zuverlässige Informationen über die immer fatalere Gesundheitslage geliefert hatte, zum Verstummen zu bringen. Schon Monate vor seiner Inhaftierung war Abu Safiya, der auch Videos und Sprachnachrichten über die Situation vor Ort angefertigt und verbreitet hatte, von israelischen Soldaten aufgefordert worden, seine Arbeit niederzulegen – was er verweigerte. Der Arzt wurde zuerst ins Sde Teiman-Lager gebracht und später ins Ofer-Gefängnis verlegt. Besuche wurden ihm verweigert. Er erlitt Folter und hat alarmierend viel Gewicht verloren. Dringend notwendige medizinische Behandlungen wurden ihm vorenthalten.

Hussam Abu Safiya wurde nach eigenen Angaben 45 Tage lang in Isolationshaft gehalten, ohne Kontakt zu seiner Familie oder einem Rechtsbeistand. Das Militär wollte zunächst noch nicht einmal zugeben, ihn in „Gewahrsam“ genommen zu haben. Der Kinderarzt hat gegenüber dem palästinensischen Al Mezan Center for Human Rights die ihm angetane Folter geschildert: er sei nackt ausgezogen, mit Schlagstöcken geschlagen und gezwungen worden, stundenlang auf Kies zu sitzen. Hinzu kamen Elektroschocks, Brustschläge und Drohungen, seiner Familie etwas anzutun. Abu Safiya ist von Israel als „rechtswidriger Kämpfer“ nach dem Gesetz über unrechtmäßige Kämpfer eingestuft worden, das palästinenischen Gefangenen ihre völkerrechtlich verbrieften Rechte entzieht und ihre unbefristete Anklage ohne Prozess und das Vorlegen von Beweisen erlaubt. Seine Haft wird seit der Festnahme im Dezember 2024 alle sechs Monate verlängert – ohne dass seine Verteidigung die „geheimen Beweise“ auch nur einsehen könnte.

Das Instrument der Administrativ- oder Verwaltungshaft wurde von Israel bereits während der ersten und zweiten Intifada exzessiv angewendet. In ihrem Rahmen können Personen festgehalten werden, ohne eine Straftat begangen zu haben. Es reicht allein die Behauptung, sie könnten dies in der Zukunft tun, wobei faktisch unzählige Palästinenser wegen ihrer politischen Meinungen und für gewaltfreie Aktionen, also ohne irgendeine realistische „Gefahrenprognose“, in Verwaltungshaft genommen werden. Wie im Falle Hussam Abu Safiya werden den Betroffenen und ihren Rechtsbeiständen aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ keine Beweise vorgelegt, so dass sie sich nicht verteidigen können. Die Administrativhaft kann im Westjordanland alle sechs Monate von Militärrichtern verlängert werden – über Jahre und Jahrzehnte. Im Gazastreifen greift Israel seit dem „Rückzug“ seiner Armee und Siedler im Jahr 2005 für die Verhängung von Verwaltungshaft auf das „Gesetz zur Internierung rechtswidriger Kämpfer“ zurück. Seit dem Jahr 2002 ist kein einziger Monat vergangen, in dem nicht mindestens 100 Palästinenser in Administrativhaft saßen. Wie allgemein die Inhaftierungen ist auch die Anzahl der Verwaltungshäftlinge seit dem Oktober 2023 sprunghaft angestiegen – von zwischen 400 und 600 monatlich in den Jahren zwischen 2015 und 2023 auf fast 3.500 im Jahr 2025, wie die israelische Menschenrechtsorganisation Btselem aufführt.

Sogar Minderjährige werden in Administrativhaft genommen. Und bereits Kinder werden regelmäßig in israelischen Gefängnissen misshandelt und gefoltert. Eine große Mehrheit der inhaftierten Kinder ist Verletzungen und Bedrohungen ausgesetzt. Einige berichten gar von sexueller Gewalt. 60 Prozent der durch israelische Soldaten verhafteten Kinder werden in Einzelhaft (Isolationshaft) genommen. Wie erwachsene Gefangene leiden auch sie Hunger – der rechtsextreme Minister Ben Gvir, der auch regelmäßig mit der Misshandlung palästinensischer Gefangener durch Israel prahlt, hat offen als Ziel ausgegeben, palästinensischen Häftlingen so wenig Essen wie absolut nötig zukommen zu lassen – und ihnen wird eine angemessene Gesundheitsversorgung vorenthalten. Diese Bedingungen hinterlassen auch nach der Entlassung schwere Traumata – teils mit irreparablen Folgen und der Unfähigkeit, zu einem „normalen“ Leben zurückzukehren.

Eine Strafverfolgung der Täter findet so gut wie nie statt, denn sie handeln mit der Rückendeckung, ja gar im Auftrag des Staates. Die fünf Soldaten, die der Folter in Sde Teiman angeklagt wurden, stellen eine Ausnahme dar. Denn, wie Ende November ein Bericht des UN-Komitees gegen Folter feststellte: Israel verfolgt eine „de facto“ staatliche Politik der Folter an palästinensischen Gefangenen. Das Komitee erklärte zudem, dass der Einsatz von Folter durch den israelischen Staat „organisiert und weit verbreitet“ sei und seit Beginn des Gazakriegs zudem stark zugenommen habe. Israel habe keine Gesetzgebung zur Strafverfolgung von Folter. Vielmehr erlaube seine Gesetzgebung Amtsträgern, nach dem Prinzip der „Notwendigkeit“ von der strafrechtlichen Schuld befreit zu werden.

Heute sitzen nach Angaben von „Addameer“ weiterhin über 9.000 Palästinenser in Besatzungsgefängnissen und Haftzentren ein, mehr als 3.400 davon sind Administrativhäftlinge. Das seit Jahrzehnten bestehende System der Einschüchterung und Misshandlung wurde unter der rechtsextremen Regierung Netanjahu noch einmal deutlich verschärft. Mindestens 110 Palästinenser sind in den letzten zwei Jahren , seit dem Amtsantritt des rechtsextremen israelischen „Sicherheitsministers“ Itamar Ben Gvir in israelischen Gefängnissen und Internierungslagern gestorben – eine Rekordzahl. Im Vergleich dazu waren es zwischen 1967 und 2007 etwa 187 Opfer. Die israelische Organisation „Physicians for Human Rights“ (PHRI) geht gar von wenigstens 94 Todesopfern allein seit dem Oktober 2023 aus – wobei die tatsächliche Opferzahl entsprechend der hohen Anzahl Vermisster wahrscheinlich deutlich höher sei. Tatsächlich wurden im Rahmen des sogenannten Waffenstillstandsabkommens neben 2.000 lebendigen palästinensischen Gefangenen auch die Leichen von 200 „Häftlingen“ übergeben. Die meisten von ihnen weisen Spuren schwerer Folter auf.

Das israelische Inhaftierungs- und Gefängnissystem dient ganz offensichtlich nicht hehren „Sicherheitsinteressen“ Israels. Es hat zum Ziel, seine Opfer zu unterdrücken, zu unterwerfen, zu entwürdigen, zu entmenschlichen – und zu töten. Neben direkter körperlicher und psychischer Gewalt werden hierzu das Einpferchen auf engstem Raum, oft nur wenige Quadratmeter, fehlende Beleuchtung und Belüftung, laute Beschallung, der Entzug von Schlaf, Nahrung, Wasser und medizinischer Behandlung eingesetzt. Selbst in unterirdischen Gefängnissen werden Palästinenser festgehalten – ohne jemals das Tageslicht sehen zu können. Gefangene frieren sich zu Tode, weil ihnen auch im Winter Kleidung vorenthalten wird, sie auf dem kalten Boden schlafen müssen, ohne Matratzen und Decken. „Sie haben ihnen alles abgenommen, was Menschen ähnelt“, sagte ein israelischer Whistleblower, der als Sanitäter im Feldlazarett des Folterlagers Sde Teiman arbeitete. Ein anderer sagte aus, er sei angewiesen worden, medizinische Eingriffe an Gefangenen durchzuführen, für die er nicht qualifiziert sei. Gliedmaßen seien amputiert worden, weil etwa Handgelenke durch das ständige Anbringen von Kabelbindern verletzt worden seien.

„Welcome to hell“ lautet der Titel eines im August 2024 von der israelischen Menschenrechtsorganisation Btselem veröffentlichten Berichts über das israelische Gefängnis-System als ein „Netzwerk von Foltercamps“. „Als wir aus dem Bus stiegen, sagte ein Soldat zu uns: ‚Willkommen in der Hölle‘, wird darin der 45-jährige Fouad Hassan, Vater von fünf Kindern aus Nablus, zitiert, der im Megiddo-Gefängnis festgehalten wurde. Die Organisation kommt aufgrund von Zeugenaussagen zu dem Schluss, die Folter an Palästinensern stelle eine systematische und institutionalisierte Politik dar. Über die Kontrolle des Körpers soll der Geist gebrochen werden. Und es besteht kein Zweifel, dass das israelische Inhaftierungs- und Foltersystem ein wichtiger Bestandteil der jahrzehntealten Vernichtungsstrategie Israels ist, die ihren grausamen Höhepunkt vorerst im Gazakrieg und dem bis heute andauernden Völkermord gefunden hat.«

[1]: Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Antrittsbesuch in Israel im Dezember 2025 unter anderem bei einem Treffen mit Benjamin Netanjahu

„Chor der Geretteten“ | Zitat

» […] Wir Geretteten,
Immer noch essen an uns die Würmer der Angst.
Unser Gestirn ist vergraben im Staub.
Wir Geretteten
Bitten euch:
Zeigt uns langsam eure Sonne.
Führt uns von Stern zu Stern im Schritt.
Laßt uns das Leben leise wieder lernen. […] «

Nelly Sachs, speak low 2010 in Kooperation mit Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur 1 CD, 18,90 Euro, 1945 wenige Monate nach Kriegsende, https://www.deutschlandfunkkultur.de/akustisches-portraet-102.html
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Tag 23.906 | diary | 01.01.2026

Von 2 bis 8 Uhr schlief ich nur relativ leicht und träumte von meinem Zahnarzttermin in der kommenden Woche. Ich hoffe, mein realer Termin wird so wie immer und nicht so chaotisch wie in meinem Traum.

Zum Frühstück gab es eine Tasse Kaffee, denn mein Magen war noch voll von den Silvester-Leckereien.

Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, las ich die aktuellen Feeds in meinem Feed-Reader und sah, was die anderen Blogger:innen am Vortag geschrieben hatten. Dabei las ich etwas, das mich traurig machte.

Danach machte ich mich auf den Weg zum Haus meiner Familie, um mit deren Hund spazieren zu gehen. Meine Jüngste übernachtete auswärts, mein Sohn durfte ausschlafen – es war für ihn spät geworden in der Silvesternacht – und meine ehemalige Frau kann krankheitsbedingt nicht mehr mit dem Hund spazieren gehen.

Nach dem Spaziergang gab es Pfefferminztee, Kartoffel- und Obstsalat.

Zurück in meinem Zuhause las ich weiter im Feed- und im WordPress-Reader.
Ich habe mich gefreut, dass Katja von „Katja mittendrin” es begrüßt, wenn ich ihre Idee der Alltagsschnipsel verwende, und habe gleich die ersten veröffentlicht.

Für einen runden Geburtstag habe ich aus über 700 Fotos 40 ausgewählt, die in den Pool für ein Fotobuch kommen, das andere für eine Jubilarin gestalten.

Am späten Nachmittag aß ich den restlichen Kartoffel- und Obstsalat, den ich mitbekommen hatte. Danach gönnte ich mir ein paar Chips, ein alkoholfreies Bier, eine Handvoll Nussmischung, ein paar Maronen, ein Glas Traubensaft und vier getrocknete Datteln.

Ich bereitete meine nächsten Blogposts vor.

Den Tag ließ ich mit ausgiebigem Musikhören ausklingen.

Bis zum Einschlafen lese ich zurzeit „Vom Schenken und Beschenktwerden” von Wilhelm Schmid.

Eingeschlafen bin ich gegen 22:30 Uhr.

Ich bin heute dankbar für:

– die Silvesterböllerei hat keinem Tier der Familie Schaden zugefügt,
– ich konnte unfallfrei glatte Straßen und Wege begehen oder befahren,
– ich bin auf dem Boden der Tatsachen zurückgekommen,
– die Reste an Kartoffel- und Obstsalat,
– zwei neue Songs für meine Musiksammlung,
– die Erkenntnisse aus dem Kapitel „Liebe schenken: Hingabe und Hinnahme” des o. g. Buches.


Ich danke Katja vom Blog „Katja mittendrin„, dass ich ihre Idee der Alltagsschnipsel übernehmen darf: https://katja-mittendrin.de/category/alltagsschnipsel/

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EU-Sanktionen: Der Fall Roger Köppel und das Minenfeld der freien Meinungsäußerung | lesenswert

Der Artikel behandelt die Warnung des Juristen Viktor Winkler an den Schweizer Verleger Roger Köppel, sich proaktiv an die EU zu wenden, da dieser möglicherweise auf deren Sanktionsliste landen könnte. Dies ist ein besorgniserregender Schritt, da die EU ihre Sanktionspolitik ausgeweitet hat und nun auch Personen aus dem Westen betrifft. Dadurch werden Fragen zur Verhältnismäßigkeit und zur Meinungsfreiheit aufgeworfen. Köppel, der mit seiner rechtskonservativen Publikation „Weltwoche“ bekannt wurde, steht in der Kritik, weil er umstrittenen Stimmen eine Plattform bietet. Dies könnte ihn ins Visier der EU geraten lassen. Der Artikel thematisiert auch die Reaktionen in den Medien, die oft eher Häme als Solidarität zeigen. Zudem wird vor einem Klima der Selbstzensur gewarnt, das die Vielfalt der Meinungen in Europa gefährden könnte.

»Der Verleger der Schweizer Weltwoche, Roger Köppel, könnte demnächst auf die EU-Sanktionsliste gesetzt werden. Es wäre ein weiterer Angriff aus Brüssel auf die Meinungsfreiheit. Es ist eine Warnung von seltener Deutlichkeit, ausgesprochen von einem der profilierten Experten für internationales Sanktionsrecht. Der deutsche Jurist und Professor für Wirtschaftsrecht Viktor Winkler riet dem Schweizer Verleger und Publizisten Roger Köppel kürzlich in einem viel beachteten Interview mit den Tamedia-Zeitungen, sich sofort proaktiv an die EU zu wenden. von Boban Dukic«, 29.12.2025, https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/roger-koeppel-sanktionen-li.10011845

Objektive Fakten:

~ Der deutsche Jurist und Wirtschaftsrechtsprofessor Viktor Winkler warnte Roger Köppel, sich proaktiv an die EU zu wenden, da er sonst möglicherweise auf deren Sanktionsliste landen könnte.

~ Mitte Dezember setzte die EU Jacques Baud, einen ehemaligen Oberst der Schweizer Armee, auf die Sanktionsliste, da er prorussische Propaganda und Verschwörungstheorien verbreitet hatte.

~ Baud beschreibt die Sanktionen als „bürgerlichen Tod“, da seine Konten gesperrt wurden und er seine finanzielle Existenz verloren hat.

~ Die EU hat ihre Sanktionen von ausschließlich russischen Staatsangehörigen und Organisationen auf auch westliche Personen ausgeweitet.

~ Roger Köppel ist der Chefredakteur des Wochenmagazins Weltwoche und gilt als polarisierende Figur in der Schweizer Medienlandschaft.

~ Kritiker werfen der „Weltwoche” vor, sich zu einer rechtspopulistischen Plattform gewandelt zu haben.

~ Köppel hat Interviews mit führenden europäischen Rechtskonservativen geführt.

~ Winkler kritisierte die Auswahl der Sanktionierten als willkürlich und nannte das Beispiel des Oligarchen Wladimir Potanin, der nicht sanktioniert wurde.

~ Jörg Lau, Redakteur bei der Zeit, äußerte sich auf der Plattform X abwertend über Köppel und wurde dafür kritisiert.

Meinungen des Autors:

~ Die Ausweitung der Sanktionslisten auf Personen aus dem Westen wirft grundlegende Fragen zur Verhältnismäßigkeit, zur Rechtsstaatlichkeit und zur Zukunft der Meinungsfreiheit auf.

~ Er sieht die Reaktion der etablierten Medien, die die drohende Sanktionierung eines Journalistenkollegen nicht als Angriff auf die Pressefreiheit hinterfragen, als bedenklich an.

~ Es wird ein Klima der Selbstzensur beschrieben, in dem Journalisten aus Angst vor Sanktionen ihre Meinung nicht mehr äußern.

~ Der Autor argumentiert, dass eine wehrhafte Demokratie nicht durch Verbote, sondern durch offenen Diskurs und Medienkompetenz gestärkt werden sollte.

~ Der Fall Köppel könnte als Lackmustest für die Grenzen der Meinungsfreiheit in Europa dienen.

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Abschreckung und Dialog

„‚Abschreckung‘ ist ein aggressiver, ‚Sicherheit‘ ein defensiver Begriff. ‚Dialog‘ verkommt zur Leerformel, wenn man die Interessen des Gegenübers als illegitim betrachtet. ‚Entspannung‘ steht dagegen für ein Programm, für einen umfassenden politischen Ansatz. Der Qualitätsunterschied zwischen der Politik damals und heute ist allein in der Begrifflichkeit erkennbar.“

~ Gabriele Krone-Schmalz, langjährige Russlandkorrespondentin der ARD

»Wie der Generalinspekteur der Bundeswehr a. D. und ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Harald Kujat, scharfsinnig herausgearbeitet hat, lauten die heutigen offiziellen Begriffe der NATO-Strategie nicht mehr, wie im (ersten) Kalten Krieg, „Sicherheit und Entspannung“, sondern „Abschreckung und Dialog“.«

29.05.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=133673

»Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche ab jetzt in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – Es beginnt mit einer zweiteiligen Serie. Von Leo Ensel.«
NachDenkSeiten & Globalbridge,
Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit (I) – „auf dem Hintergrund unserer Geschichte“, „Du willst immer nur mehr“, „Freiheitsdienst“ und „humane Kosten“

„Worte zu putzen, das überlasse ich dir“, meinte der Halbphilosoph. „Mir liegt allein an der Wahrheit.“
„Ärmster!“ rief der Philosoph.
„Warum Ärmster?“
„Weil du nun auf beides verzichten musst.“
„Auf beides?“
„Jawohl. Auch auf die Wahrheit.“
„Auf welche?“
„Auf die Wahrheit über die Wahrheit.“
„Und die lautet?“
„Dass sie nur durch geputzte Fenster hindurch scheint.“

~ Hans Kudszus (1901–1977), deutscher Schriftsteller, Philosoph und Aphoristiker, aus „Jaworte, Neinworte. Aphorismen“, 1970

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Tag 23.905  | diary | 31.12.2025

Heute starte ich den Versuch, ein Tagebuch zu führen. Dazu inspiriert hat mich der Blog „Katja mittendrin” (siehe unten). Obwohl mir meine 7Mind-App-Meditationen immer mal wieder rieten, ein Tagebuch zu führen, habe ich das Tagebuchbloggen immer weit von mir gewiesen und gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Hierzu muss ich jetzt meine Schwellenangst überwinden und werde aufmerksam beobachten, was das in mir auslöst.

Neuwied. 31.12.2025  |  Ich habe gut und fest sechseinhalb Stunden geschlafen. An Träume kann ich mich nicht erinnern. Den Wecker hatte ich für halb sieben gestellt.

Zum Frühstück aß ich vier halbe Brötchen mit einem pflanzlichen Aufstrich in Chorizo-Art, einem pflanzlichen Lachsersatz, einem pflanzlichen Camembert und Bratapfelmarmelade.

Nach dem Frühstück und dem Zurechtmachen habe ich die neuesten Informationen und Ideen gesammelt und meinen Blog gefüttert.

Gegen Mittag ging ich in mein Neuwieder Lieblingscafé, trank einen großen Café Crema, aß einen Lauchkürbisring und las in der neuesten EMMA, die darüber berichtete, wie Männer sich mittels des neuen Selbstbestimmungsgesetzes als Frauen erklären, um so ihre Vorstrafen zu verlieren oder Zugang zu Frauen vorbehaltenen Veranstaltungen zu erhalten. Erste sexuelle Übergriffe in Frauengefängnissen wurden ebenfalls im Jahr 2025 öffentlich.

Bevor ich meinen Sohn und meine ehemalige Frau zum Jahresabschlussessen in einem asiatischen Buffet-Restaurant abholte, hörte ich noch ein paar Songs meiner Lieblingsmusik. Das Essen war reichhaltig und gut, rund die Hälfte der angebotenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen war vegetarisch oder vegan. Ich habe zu viel gegessen.

Den Abend verbrachte ich bei meiner ehemaligen Frau. Zunächst ging ich mit ihrem Hund spazieren und anschließend schauten wir uns „Das Quiz 2025” an ~ ich nenne es immer „Kindergeburtstag für Erwachsene”.

Um Mitternacht begrüßten wir das neue Jahr mit alkoholfreiem, fruchtigem Sekt und aßen etwas Obstsalat.

Danach fuhr ich nach Hause und schlief gegen 2 Uhr ein. In dieser Nacht hat sich der Feinstaubgehalt PM10 verfünfundzwanzigfacht.

Ich bin heute dankbar für:

~ eine ruhige Nacht,

~ einen stressfreien Vormittag,

~ Lesen und Kaffeetrinken im Café,

~ inspirierende Ideen für meinen Blog,

~ Lieblingsmusik hören (nur 13 von vielen),

~ ein asiatisches Buffet,

~ einen entspannten und unterhaltsamen Abend,

~ unfallfreies Fahren auf teilweise eisglatten Fahrbahnen.

Ich bin 2025 dankbar für:

~ meinen Song des Jahres: „Zwischen den Zeilen” von Eva Briegel, Juli und Joy Denalane, den ich 2024 in meine Musiksammlung aufgenommen habe und 2025 zu schätzen lernte.

~ die vielen wertschätzenden Begegnungen mit Kolleg:innen, Blogger:innen (im WWW), dem Personal in Cafés, Restaurants oder Geschäften sowie mit fremden Menschen in Cafés oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

~ dass ich meine Nesselsucht (Urtikaria) überwunden habe und gesund bin.

~ die Begegnungen mit meiner getrennt lebenden Familie, den Kindern und meiner ehemaligen Frau.

~ gutes Essen, sauberes Wasser, das elfte Jahr in meinem kleinen Appartement, nachhaltige Kleidung und Kosmetik.

~ den schnellen und sanften Tod meiner Mutter und die Pflege, die mein Bruder und meine Schwägerin ihr haben zukommen lassen.

~ ein volles Herz

~ viel Bewegung an der frischen Luft

~ viele Fotografien, die ich machen konnte

~ einen Korb voller neuer Lieblingsmusik und -sounds

~ die beschwingten Momente auf WordPress.com

~ für die inspirierenden Momente auf WordPress.com

~ für das mir entgegengebrachte Vertrauen auf WordPress.com

~ für die Likes und die wohlwollenden Kommentare auf WordPress.com

~ ein gesundes und unfallfreies Jahr

~ den Weg der Besserung, den mein Sohn nach seinem Absturz im Jahr 2024 eingeschlagen hat,

~ die Enttäuschungen und die damit verbundene Traurigkeit, denn ohne Traurigkeit könnte ich Fröhlichkeit nicht genießen.

t.b.c.


Ich danke Katja vom Blog „Katja mittendrin„, dass ich ihre Idee der Alltagsschnipsel übernehmen darf: https://katja-mittendrin.de/category/alltagsschnipsel/

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