Weniger Einkommensungleichheit = mehr Fleischkonsum

Eine Studie des ZEW zeigt, dass eine geringere Einkommensungleichheit zunächst zu einem höheren Flächenverbrauch führt, was hauptsächlich auf den Anstieg des Fleischkonsums zurückzuführen ist. Dies hat negative Auswirkungen auf die Biodiversität.

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt, dass weniger Einkommensungleichheit zunächst zu einem höheren Biodiversitätsfußabdruck führt. Dies ist hauptsächlich auf den steigenden konsumbezogenen Flächenverbrauch zurückzuführen, der insbesondere im Zusammenhang mit dem Fleischkonsum steht. Würde in den USA eine vollständige Einkommensgleichheit erreicht, könnte die durchschnittliche Landnutzung um 3,2 Prozent steigen. Dies hätte einen zusätzlichen Flächenbedarf von etwa 189.000 Quadratkilometern zur Folge. Um die Biodiversitätsziele zu erreichen, sind laut den Forschern zusätzliche Naturschutzmaßnahmen notwendig, da technologische Fortschritte den steigenden Konsum seit 2014 nicht mehr ausgleichen können.

»Soziale Gerechtigkeit erhöht Flächenverbrauch – Weniger Einkommensungleichheit führt zunächst zu einem höheren Biodiversitätsfußabdruck, insbesondere getrieben durch konsumbezogenen Flächenverbrauch. Zu dem Schluss kommt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in seiner neuesten Erhebung. Umwelt- und Verteilungsziele stehen demnach nicht automatisch im Einklang.«, 14.10.2025, https://www.sonnenseite.com/de/wirtschaft/soziale-gerechtigkeit-erhoeht-flaechenverbrauch/

„Die Bundesregierung ist dabei nur Zuschauerin.“

Polen hat die Auslieferung des Ukrainers Wladimir Z. abgelehnt. Er steht im Verdacht, an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen zu sein. Dies wirft Fragen zur Reaktion der deutschen Bundesregierung und zu möglichen politischen Konsequenzen auf.

Der polnische Premierminister Donald Tusk hat erklärt, dass Polen den auf Basis eines europäischen Haftbefehls festgenommenen Ukrainer Wladimir Z., der an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen sein soll, nicht an Deutschland ausliefern werde. Die Bundesregierung äußerte sich zunächst nicht zu Tusks provokanten Äußerungen und verwies darauf, dass die rechtlichen Verfahren zwischen den deutschen und polnischen Justizbehörden laufen. Es gibt Hinweise darauf, dass hochrangige ukrainische Akteure, möglicherweise mit Verbindungen zur CIA, in den Terroranschlag involviert waren. Doch die Bundesregierung hat keine spezifischen Konsequenzen in Aussicht gestellt.

»Der polnische Premier Donald Tusk hatte am 7. Oktober öffentlich erklärt, dass es nicht im Interesse Polens sei, den auf Basis eines europäischen Haftbefehls festgenommenen Ukrainer Vladimir Z., der laut Ermittlungen der Generalbundesanwaltschaft (GBA) aktiv an der Sprengung der zivilen Infrastruktur Nord Stream beteiligt war, an Deutschland auszuliefern. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund unter anderem wissen, wie die Bundesregierung diesen Vorgang, der ja auch mit einem Bruch der Gewaltenteilung einhergeht, bewertet. Zudem kam die Frage auf, was für Konsequenzen die Bundesregierung aus dem bisher bekannten Ermittlungsstand der GBA zieht, der auf eine Involvierung hochrangiger staatlicher ukrainischer Akteure mit CIA-Verbindung bei dem Terroranschlag gegen das Pipelinesystem hindeutet. Von Florian Warweg.«, 09.10.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=140308

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Welt-Vegan-Tag am 01. November

Eine vegane Welt hätte zahlreiche positive Auswirkungen: Sie würde das Leid von Tieren beenden, die Gesundheit der Menschen verbessern, die Umwelt entlasten, den Klimawandel bekämpfen, den Welthunger reduzieren und eine gerechtere sowie friedvollere Gesellschaft fördern.

In dem Artikel zum Weltvegantag 2025 wird argumentiert, dass eine vegane Welt das Tierleid drastisch reduzieren und die Gesundheit der Menschen verbessern würde, da das Risiko für verschiedene Krankheiten sinkt. Zudem wird betont, dass eine pflanzliche Ernährung positive Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima hätte: Landwirtschaftliche Flächen würden freigemacht und Treibhausgasemissionen würden erheblich gesenkt. Abschließend wird die Idee einer gerechteren und friedlicheren Gesellschaft propagiert, in der sowohl Tiere als auch Menschen von Ausbeutung befreit wären.

»💚 Wenn die Welt vegan wäre … wäre sie eine bessere Welt – für uns alle! 🌍«, 11.10.2025, https://www.tierschutzpartei.de/weltvegantag-2025/

 Weniger Tierleid
Tiere müssten nicht mehr massenhaft leiden und grausam in Schlachthöfen sterben. Jedes Jahr werden weltweit rund 80 Milliarden Landtiere für den menschlichen Konsum getötet – Meerestiere nicht mitgezählt.
Eine vegane Welt wäre eine Welt ohne systematische Tierausbeutung.

 Menschen wären gesünder
Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ca. 25–30 %, für Typ-2-Diabetes um bis zu 50 % und für bestimmte Krebsarten (z. B. Darmkrebs) deutlich senken.
Studien belegen: Je pflanzlicher die Ernährung, desto geringer das Krankheitsrisiko.

 Die Umwelt würde sich erholen
Etwa 75 % der landwirtschaftlichen Flächen werden weltweit für Tierhaltung genutzt (Weideland + Futteranbau), liefern aber nur 18 % der Kalorien und 37 % des Proteins für die Menschen. Güllefluten und endlose Monokulturen belasten die Umwelt.
Eine pflanzliche Ernährung würde enorme Flächen frei machen – für Wälder, Artenvielfalt und Renaturierung.

 Das Klima könnte aufatmen
Die „Viehwirtschaft“ verursacht rund 14,5 % der globalen Treibhausgasemissionen, was mehr als der gesamte Verkehrssektor ist (Autos, Flugzeuge, Schiffe und Züge zusammen).
Eine vegane Ernährung könnte diese Emissionen um bis zu 70–75 % senken.

 Der Welthunger würde abnehmen
Etwa 80 % der weltweiten Sojaernte und über ein Drittel aller Getreidepflanzen werden heute an Tiere verfüttert.
Wenn essbare Pflanzen direkt den Menschen zugutekämen, könnten bis zu 50 % mehr Kalorien bereitgestellt werden – genug, um viele Hungernde zu ernähren.

 Wasser würde geschont
Für 1 kg Rindfleisch werden im globalen Durchschnitt 13 000–15 000 Liter Wasser benötigt (dies schließt grünes, blaues und graues Wasser ein). – Im Vergleich dazu braucht 1 kg Linsen nur etwa 1 250 Liter.
Weniger Tierhaltung bedeutet: mehr sauberes Wasser für alle.

 Die Natur könnte sich erholen
Durch Wiederbewaldung freiwerdender Weide- und Futterflächen ließen sich bis zu 547 Milliarden Tonnen CO₂ binden – das entspricht etwa 10 bis 15 Jahren der aktuellen globalen, energiebedingten CO₂-Emissionen.
Diese Maßnahme gilt als eine der effektivsten Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise.

 Eine gerechtere Welt
In einer veganen Zukunft müssten Tiere nicht mehr für menschliche Zwecke leiden – und auch die rund 80 Millionen Menschen, die heute in Schlachthöfen und Tierfabriken arbeiten, wären frei von diesem Kreislauf der Gewalt.
Sogenannte „Tierwohllabels“, die in Wahrheit nicht Tiere schützen, sondern Verbraucher:innen täuschen, wären überflüssig, und niemand müsste sich mehr selbst belügen oder sein schlechtes Gewissen verdrängen.

Waldzerstörung. Versprochen. Gebrochen.

Laut einem aktuellen Bericht ist die weltweite Waldzerstörung im vergangenen Jahr gestiegen. Trotz internationaler Versprechen, die Entwaldung bis zum Ende des Jahrzehnts zu beenden, gingen 8,3 Millionen Hektar verloren.

Obwohl sich mehr als 140 Länder bei der UNO-Klimakonferenz 2021 verpflichtet hatten, die Entwaldung bis zum Ende des Jahrzehnts zu stoppen, ist die weltweite Waldzerstörung im vergangenen Jahr laut einem neuen Bericht um 1,7 Millionen Hektar auf insgesamt 8,3 Millionen Hektar gestiegen. Hauptursachen für die Entwaldung sind die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft sowie der Bergbau, insbesondere von Rohstoffen, die für erneuerbare Energien benötigt werden. Trotz dieser alarmierenden Situation gibt es auch positive Entwicklungen: So hat Brasilien beispielsweise angekündigt, nur noch nachhaltiges Rindfleisch in die EU zu exportieren, und die Republik Kongo hat neue Umweltschutzmaßnahmen beschlossen.

»Weltweite Waldzerstörung geht kaum zurück – Weltweit ist im vergangenen Jahr einem neuen Bericht zufolge Wald auf einer Fläche so groß wie ungefähr halb England zerstört worden. Die Fläche, die dauerhaft verloren ging, vergrößerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 auf 8,3 Millionen Hektar, wie der von Forschungsorganisationen und Verbänden veröffentlichte Waldzustandsbericht zeigt.«, 14.10.2025, https://www.deutschlandfunk.de/weltweite-waldzerstoerung-geht-kaum-zurueck-100.html

237 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente durch Ukraine-Krieg

Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 hat der Krieg in der Ukraine zu einem massiven Ausstoß von 237 Millionen Tonnen klimaschädlichen Treibhausgasen geführt. Dies hat die Klimakrise erheblich verschärft und zur Zerstörung von Wäldern sowie zu unkontrollierten Bränden geführt.

Der Artikel beschreibt die verheerenden Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf das Klima. Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 wurden etwa 237 Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase emittiert, was dem jährlichen Ausstoß mehrerer europäischer Länder entspricht. Ein erheblicher Teil dieser Emissionen stammt aus militärischen Aktivitäten sowie aus den durch den Krieg verursachten Wald- und Buschbränden, durch die im Jahr 2024 eine Fläche von über drei Millionen Hektar zerstört wurde. Die Studie hebt hervor, dass sich der Konflikt und der Klimawandel gegenseitig verstärken und die globale Erwärmung beschleunigen.

»Abgebrannte und zerschossene Wälder, Abgase von Militärfahrzeugen und Kampfjets – auch für das Klima hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine äußerst negative Auswirkungen: Laut einer Untersuchung wurden seit Beginn der Invasion im Februar 2022 so viel klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen wie Österreich, Ungarn, Tschechien und die Slowakei gemeinsam in einem Jahr freisetzen.«, 08.10.2025, Deutschlandfunk Die Nachrichten, https://www.deutschlandfunk.de/braende-abgase-zerstoerte-waelder-ukraine-krieg-verschaerft-klimakrise-100.html

Hundertdreizehn.

Die Miniserie „Hundertdreizehn“ (ARD/ORF) handelt von den weitreichenden und vielschichtigen Folgen eines schweren Busunglücks auf einer Stadtautobahn, bei dem der Busfahrer mit Vollgas in den Gegenverkehr gerast ist und viele Tote und Verletzte hinterlassen hat.

Die Zahl 113 leitet sich von einer Statistik des Bundesverkehrsministeriums ab, nach der im Durchschnitt 113 Menschen direkt oder indirekt von einem tödlichen Verkehrsunfall betroffen sind.

Die sechs Episoden nutzen den Unfall als dramaturgische Klammer, wobei jede Folge im Grunde ein eigener Film ist, der eine oder wenige Hauptfiguren in den Mittelpunkt stellt, deren Leben durch das Unglück (oder die Ereignisse davor) beeinflusst wurde. Das Ermittler-Duo Jan Auschra (Robert Stadlober) und Anne Goldmundt (Lia von Blarer) sucht nach der Unfallursache – wurde der Bus abgedrängt, oder hat der Fahrer selbst aufs Gaspedal gedrückt?

Die Serie beleuchtet individuelle Schicksale, wie das Doppelleben des ums Leben gekommenen Busfahrers Theo Gradtke (Felix Kramer) und die Konfrontation seiner beiden Familien. Weitere Episoden konzentrieren sich auf eine Überlebende mit Schuldgefühlen, einen Feuerwehrmann, der bei den Rettungsarbeiten mit seinem persönlichen Trauma konfrontiert wird, oder einen Augenzeugen mit Gedächtnisproblemen (gespielt von Armin Rohde). Im Vordergrund stehen nicht die technische Ermittlung oder Krimilogik, sondern die moralische und existenzielle Auseinandersetzung mit den Themen Schuld, Verantwortung, Trauma und menschliche Verletzlichkeit.

Die Serie besticht durch eine spektakuläre Unfallszenerie, wahrt aber einen respektvollen Abstand zum Leid der Opfer, indem sie sich nicht in voyeuristischen Details verliert. Die Machart wird als fragmentarisch, präzise komponiert und intensiv beschrieben, vergleichbar mit Filmen wie „L.A. Crash“.

»Ein Verkehrsunfall und seine Folgen: Die sechsteilige Serie „Hundertdreizehn“ fesselt ihr Publikum mit hochdramatischen Geschichten von der ersten bis zur letzten Sekunde. Ausgehend von einem verheerenden Katastrophen-Szenario erzählen Drehbuch-Autor Arndt Stüwe und Regisseur Rick Ostermann von existenziellen Wendungen im Leben der Beteiligten, Angehörigen, Zeugen und Retter. In einer komplexen Dramaturgie geht es mit einem umfangreichen, erstklassigen Cast um Verlust und Tod, um Schuldgefühle, Traumata, aber auch um Menschlichkeit und die Hoffnung auf einen Neubeginn nach der Tragödie. Die deutsch-österreichische Koproduktion beeindruckt nicht nur durch hohe Intensität und den spektakulären Unfall-Set, sondern überzeugt auch in den leisen Zwischentönen. „Hundertdreizehn“ ist eine aufwändige, anspruchsvolle deutsche High-End-Serie, die diese Bezeichnung verdient.«, 13.10.2025, https://www.tittelbach.tv/kritiken/hundertdreizehn/

»Wie viele Leben werden durch einen einzigen Unfall zerstört? Die nüchterne Antwort liefert eine Statistik des Bundesverkehrsministeriums: 113 Menschen sind im Durchschnitt direkt oder indirekt betroffen, wenn ein Mensch im Straßenverkehr tödlich verunglückt. Die ARD-Miniserie «Hundertdreizehn» übersetzt diese Zahl in eine filmische Erkundung menschlicher Verletzlichkeit – und schafft es, das scheinbar Abstrakte mit leiser Wucht in konkrete Schicksale zu verwandeln.«, 13.10.2025, https://www.quotenmeter.de/n/165395/die-kritiker-hundertdreizehn