Eine Pause ist, vereinfacht gesagt, die bewusste Unterbrechung einer Tätigkeit oder eines Zustands. Sie ist das „Nichts“ zwischen dem „Etwas“ und sorgt dafür, dass das „Etwas“ überhaupt Sinn ergibt. Die Pause ist also nicht die Unterbrechung des Lebens, sondern das Element, das das Leben erst strukturierbar, lesbar und wertvoll macht.
Biologische und mentale Pausen dienen meiner Regeneration. Mein Gehirn und mein Körper sind nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Eine Pause senkt mein Stresslevel und stellt meine Konzentrationsfähigkeit wieder her. Während der Pause arbeitet mein Gehirn im sogenannten „Default Mode Network“ weiter, sortiert Informationen, löst Probleme im Hintergrund und fördert meine Kreativität. Ohne Pausen würde ich betriebsblind werden.
2016 war ich das letzte Mal bei meinem Hausarzt. Dann starb er. Einen neuen Arzt des Vertrauens zu finden, ist heutzutage schwer. Noch schwieriger ist es, einen Termin zu bekommen. Nun hat in meiner Nähe eine neue Hausarztpraxis eröffnet, die die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten bietet, die ich mag: E-Mail-Erreichbarkeit, Terminvereinbarung und Dokumentenaustausch per App. Kurz, ich hatte einen Termin. Nachdem ich in die dritte Etage gegangen war (den Aufzug ließ ich links liegen) und den Assistentinnen eine halbe Stunde zugeschaut hatte, wie sie (1 MFA, 2 PA, 1 Medizinische Assistenz, 1 telefonische Supporterin) verzweifelt versuchten, für mich eine digitale Akte anzulegen (wegen meiner besonderen Krankenkasse), erstaunte es mich nicht, dass mein Blutdruck viel zu hoch war. Nun messe ich meinen Blutdruck drei Mal täglich und er ist tatsächlich nicht so hoch, aber etwas über dem Normalwert und auf Dauer ungesund.
… Stress. Der Bluthochdruck war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und mich bewog, mich aus den tagesaktuellen politischen und gesellschaftlichen Hiobsbotschaften sowie der grassierenden veröffentlichten und öffentlichen Erregbarkeit auszuklinken. Ich bin zu den drei Affen übergelaufen: nichts hören, nichts sehen, nichts lesen. Meinen Mund kann ich leider nicht halten. Ich höre, sehe und lese keine Nachrichten mehr. Alle entsprechenden Feeds sind abbestellt und alle Zeitschriften-Abonnements sind gekündigt. Anstatt mich über (Welt-)Politik und gesellschaftliche Verrohung aufzuregen, nutze ich die „Pause” u. a. zum Meditieren (7Mind-Kurse „Stress intensiv 1 bis 4”). Mein Blutdruck zeigt über die letzten sieben Tage bereits eine leichte Tendenz nach unten. Außerdem frische ich meine Französischkenntnisse mit Duolingo auf. Das entspannt mich und bringt mir Erfolgserlebnisse. Meinen Blog habe ich von krisewelchekrise.wordpress.com bzw. krisewelchekrise.blog zu rueckzuginsprivate.wordpress.com bzw. rueckzuginsprivate.de umbenannt. Die politischen Podcasts habe ich durch Podcasts ersetzt, die sich mit Menschen und ihren Problemen befassen. Außerdem versuche ich, die Lücke zwischen Ein- und Ausatem zu vergrößern und in dieser Lücke nicht zu denken. Ich gönne mir nun täglich zusätzlich eine Stunde mehr Schlaf.
Es kommen noch genug Stressreize von außen durch meine Firewall, sodass ich mir keinen zusätzlichen Stress mehr machen muss.
Don’t stress, be happy. | Ne te stresse pas, sois heureux.
Do you need a break? From what? | Brauchen Sie eine Pause? Von was?

Die Zeit für Regeneration und Integration ist so sehr abhanden gekommen und unglücklicherweise negativ behaftet. Dabei ist es so wichtig. Yin Yang. Gut, dass du einen Weg für dich ausprobierst und dich beobachtest.🍀
Danke. Versuche einmal, deinen Blick für die kleinen Dinge und kurzen Pausen zu schärfen. Du kannst darauf vertrauen, dass alles seine Zeit hat und wiederkehrt.
Respekt für die Konsequenz . Ich muss da noch ne Menge an mir arbeiten. Gerade im Moment habe ich abgewogen unerledigtes zu erledigen oder mir ein Buch zu gönnen….
Danke. Wenn der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, ist es nicht mehr schwer, konsequent zu sein.