Umdenken in der Wahrnehmung des eigenen Handelns. | Citation.

Auf keinen Fall darf das Denken den Journalisten und Politikern überlassen werden. Sie fühlen sich auserwählt, Entscheidungen zu fordern und zu treffen, die ständig Unglück produzieren. Welche Vorstellungen außer Kampf und Vernichtung, als Kriegstüchtigkeit propagiert, schenken sie uns, ihrem Publikum? […]

Es gibt nur die Grenzen, die wir ziehen:
militärisch, ökonomisch, kulturell, weltweit.
Wir haben ein weltweites Finanzregime durchgesetzt.
Wir sanktionieren weltweit, wen oder was auch immer.
Wir führen Kriege zur Erziehung der Menschheit – und wozu noch?

~ Gabriele Gysi, 21.06.2025, Friedensdemo, Berlin, https://www.gabriele-gysi.de/news-details/eine-lizenz-zum-toeten

GABRIELE GYSI ist Schauspielerin, Regisseurin und Autorin.
Sie wurde 1946 in Berlin als Tochter der kommunistisch-jüdischen Verleger Klaus und Irene Gysi geboren.
Sie besuchte die Staatliche Schauspielschule Berlin. Anschließend wurde sie an die Volksbühne Berlin engagiert.
1984 verließ sie die DDR und wechselte das Engagement ans Stadttheater Bochum. Nach Tätigkeiten an verschiedenen Theatern und Schauspielschulen kehrte sie 2006 als Assistentin der Intendanz und später als Chefdramaturgin an die Volksbühne Berlin zurück.
Seit 2010 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Berlin.

Urverletzung.  |  Citation.

» […] Die Eltern sind froh, dass er der kleinen Lene bei den Hausaufgaben hilft. Dass Lenes Schreibheft trotzdem voller Tintenkleckse ist, bemerkt nur die Lehrerin, die darüber schimpft. Der Tintenklecks entsteht jedes Mal, wenn Lene nicht mehr weiterschreiben kann, weil Strecker seine Hände unter ihr Hemdchen gleiten lässt und seine Finger in sie steckt. Das tut „höllisch weh“ und „jetzt muss man sich irgendwo festhalten können. Ich halte micht am Füller fest und schaue auf den blauen See, der größer wird.“ […]

Helene Bracht reflektiert und philosophiert in poetischer Sprache über Scham, Kontrollverlust und Grenzen, verliert sich aber nie in der Abstraktion, sondern findet immer wieder zu sich selbst und ihrer Urverletzung. […] «

~ Chantal Louis in EMMA Nr. 5 (382) September/Oktober 2025 Seite 70 über Helene Brachts Buch „Das Lieben danach“, Hanser, 22 EUR.

https://www.emma.de/artikel/helene-bracht-das-lieben-danach-341955 | Bezahlschranke