🎙 Das Glas ist immer halbvoll.

In diesem Gespräch geht es um Katja Riemer. Die 46-jährige Kunsthistorikerin aus Bremen trainiert Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder waren, im Drachenbootfahren. Katja hat eine positive Lebenseinstellung, auch nachdem ihre Mutter während ihrer Abiturzeit an Krebs erkrankte.

Sie erzählt, dass sie 2010 mit dem Drachenbootfahren begann, nachdem sie zufällig in ein Boot gefallen war. Später wurde sie Trainerin und gründete zusammen mit der Bremer Krebsgesellschaft das Team „Weserpinkies“. Dieses besteht aus Brustkrebspatientinnen und nutzt das Drachenbootfahren als Rehabilitationssport. Die Bewegung hilft, den Lymphfluss zu fördern, was besonders wichtig ist, da viele Frauen nach Operationen Lymphstauungen in den Armen haben.

Katja betont, dass der Teamsport nicht nur körperlich, sondern auch emotional wichtig ist. Beim Paddeln können die Frauen abschalten und sich auf die Gemeinschaft konzentrieren, was ihnen Kraft gibt. Sie selbst ist nicht direkt betroffen, aber die Erfahrungen, die sie mit der Krankheit ihrer Mutter gemacht hat, haben sie motiviert, anderen Frauen zu helfen.

Neben ihrem Engagement im Drachenbootfahren arbeitet Katja in der Kunsthalle Bremen, wo sie sich um die Digitalisierung von Kunstwerken kĂĽmmert. Sie hat eine Leidenschaft fĂĽr Kunst und sieht ihren Beruf als etwas, das sie mit Herzblut lebt.

Dieses Gespräch zeigt, wie Katja Riemer durch den Sport und ihre Arbeit anderen Frauen Mut macht und sie dabei unterstützt, mit ihrer Krankheit umzugehen.


Aus der Podcastfolge „Sie trainiert krebskranke Frauen im Drachenboot“ vom –10.07.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (VerfĂĽgbar bis -23.07.2027-).


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://rbprogressivedl-a.akamaihd.net/clips/zt/welt/pz/pz6waUyBYg/pz6waUyBYg_audio_128k_stereo.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.bremenzwei.de/audios/eine-stunde-reden-katja-riemer-100.html

Wenn man im Moment lebt und es nicht viele Themen gäbe, die einem manchmal das Glas leerer werden lassen, dann ist man vielleicht nicht ganz in dieser Zeit.

Krieg in der Ukraine, ein Trump, der irgendetwas tut, dem ich gedanklich nicht folgen kann, bei dem ich immer nach irgendeiner Form von Sinn suche, aber keinen finde, sondern nur groben Unfug, der schädlich für sehr viele Menschen auf der Welt ist.

Die Klimakrise: Was kann ich selbst tun? Aber das große Ganze macht mir die ganze Zeit Sorgen. Da könnte man ja verrückt werden. Ich könnte definitiv verrückt werden, wenn ich nicht versuchen würde, mich zwar immer mal wieder auch lange damit zu beschäftigen, aber auch den Ausstieg aus den Gedanken zu finden.

Die Leute sollen sich vertragen und friedlich sein. Gewalt ist schlicht und ergreifend keine Lösung. Und Sachen durch die Gegend zu bomben, um irgendwelche komischen, spinnerten Gedanken durchzusetzen. Was soll das, Grenzen verschieben? Nein, jedenfalls nicht diese territoriale Grenze, um irgendwelche komischen Rohstoffdeals abzuschließen. Das alles macht keinen Sinn.

Das ist eine Erde. Was mich wirklich verrĂĽckt macht, ist, dass einerseits in den Nachrichten gemeldet wird, dass es hier bombt und dort bombt und hier fliegt irgendetwas in die Luft, und gleichzeitig danach das Thema Klimakrise und Nachhaltigkeit aufgegriffen wird. Die Feinstaubwerte sollten wir doch mal ruhig in die Meldungen aufnehmen, dann wird jegliche Form von Nachhaltigkeit hier eigentlich obsolet.

Da kann ich mich hier noch so sehr abstrampeln und nachhaltig leben, aber wenn hier irgendwo eine bescheuerte Bombe geworfen wird, sind meine Emissionen lächerlich.

Der Witz ist, darüber nicht zu verzweifeln. Das ist schon eine Herausforderung, aber in meinem Alltag spielt das halt keine große Rolle. Ich versuche, dem Ganzen wenig Raum zu geben, obwohl es natürlich schon ein Moment war, als Putin in die Ukraine einmarschiert ist. Ich saß fassungslos vorm Fernseher und habe mir das stundenlang in allen Berichterstattungen angesehen. Experte X und Y und Z erklären mir die Welt, weil ich es verstehen will und irgendwie versuchen will, es für mich einzuordnen, ohne dabei verrückt zu werden. Das ist schon eine Aufgabe.

  • Das wörtliche Zitat ist in Schriftsprache transkribiert, der Inhalt ging dabei nicht verloren.

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

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