đŸŽ¶ Dann geht es auf einmal – die paar Tage noch.

Der Song entwirft ein dĂŒsteres und zugleich satirisches Bild einer radikal transformierten Gesellschaft der Zukunft. Diese reagiert auf die katastrophalen Folgen des Klimawandels mit einer Mischung aus Hochtechnologie, totalitĂ€rer „Vernunft“ und drastischem Verzicht.

Das Leben hat sich grundlegend gewandelt. Fossile Brennstoffe, BilligflĂŒge und privater Autobesitz gehören der Vergangenheit an. Stattdessen bestimmen ElektromobilitĂ€t, ErdwĂ€rme und ein hochtechnisiertes Logistiknetz mit Drohnen und Magnetbahnen den Alltag. Was frĂŒher als unvorstellbar galt, wird nun unter dem Druck der Krise als alternativlos umgesetzt. Der Text beschreibt eine Welt, in der der Meeresspiegelanstieg bereits Fakten geschaffen hat: StĂ€dte wie Hamburg und Rostock sind weitgehend versunken. Bewegungsfreiheit ist kein Recht mehr, sondern ein knappes Gut, das ĂŒber „Fernreisepunkte“ reglementiert wird. Das gesellschaftliche Ideal ist das „Zuhausebleiben“ und der Verzicht, befeuert durch Influencer und staatliche Anreize wie das Grundeinkommen.

Ein zentrales Motiv ist die „klug verordnende Vernunft“. Um das System stabil zu halten, greift der Staat zu drastischen Mitteln. Ehemalige Klimaleugner und Kritiker werden in virtuellen Welten isoliert. Dort dĂŒrfen sie ihre TrĂ€ume von SUV-Fahrten und Kreuzfahrten digital ausleben, ohne eine Gefahr fĂŒr die reale Welt darzustellen. Desinformation wird gesetzlich unterbunden. Im Lied wird dies kritisch als Form der Zensur hinterfragt, die jedoch als „Sieg der Vernunft“ getarnt ist.

Trotz der „grĂŒnen“ Fassade bleibt die Welt moralisch fragwĂŒrdig: WĂ€hrend Menschen in anderen Teilen der Welt unter extremer Hitze leiden, schĂŒtzt sich die hiesige Gesellschaft durch Grenzmauern und ignoriert das Leid im Ausland. Das Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf dem eigenen Wohlbefinden und der Angst vor dem Fremden, selbst wenn man „ans Große Ganze“ denkt.

Der Text ist eine bittere Gesellschaftskritik. Er beschreibt eine Welt, die zwar ökologisch „funktioniert”, dabei aber individuelle Freiheit, Empathie und Wahrheit opfert. Das wiederkehrende Motiv „und jetzt auf einmal geht’s“ verdeutlicht, dass diese Transformation nicht durch Einsicht, sondern durch nackte Notwendigkeit und staatlichen Zwang herbeigefĂŒhrt wurde.

Jetzt auf einmal geht’s“ von „Maurenbrecher„, veröffentlicht am 13.03.2020 auf dem Album „Inneres Ausland“.

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Autor: Bernd @rueckzuginsprivate.de

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================