đŸŽ¶ Wir sind nicht nur hier beschĂ€ftigt, wir sind auch fĂŒr dich da!

Der Song thematisiert die totale VerfĂŒgbarkeit und Selbstaufgabe im modernen Dienstleistungssektor. Der „Convenience Shop“ fungiert dabei als Metapher fĂŒr eine Welt, die niemals schlĂ€ft. Die wiederkehrende Phrase „24/7” macht deutlich, dass es keine Pausen, keinen Feierabend und keine RĂŒckzugsorte mehr gibt. Der Laden – und damit das Personal – ist rund um die Uhr einsatzbereit.

Ein kritischer Aspekt des Textes ist das VerhĂ€ltnis zwischen Dienstleister und Kunde: Selbst „Arschlöcher“ werden bedient. Das eigene Ego und persönliche Grenzen werden dem Servicegedanken untergeordnet. WĂ€hrend der Song am Anfang noch recht neutral von „da sein“ spricht, kippt die Stimmung am Ende drastisch. Die Angestellten bezeichnen sich selbst explizit als „Sklaven“. Dies deutet auf eine Form der modernen Lohnsklaverei hin, bei der die BedĂŒrfnisse der Arbeitenden hinter die KonsumwĂŒnsche der Gesellschaft zurĂŒcktreten.

Die Zeile „Mitternacht ist nichts vollbracht“ suggeriert eine gewisse Sinnlosigkeit. Trotz der stĂ€ndigen Betriebsamkeit und der stetigen ErfĂŒllung von KundenwĂŒnschen bleibt am Ende ein GefĂŒhl der Leere zurĂŒck. Es geht nicht um echtes Schaffen, sondern nur um das Aufrechterhalten einer Bequemlichkeit fĂŒr andere. Der Text ist eine sozialkritische, beinah zynische Betrachtung der Dienstleistungsgesellschaft. Er stellt die Frage, welchen Preis wir fĂŒr den Luxus zahlen, alles jederzeit verfĂŒgbar zu haben – und wer am Ende die menschlichen Kosten fĂŒr diese Bequemlichkeit trĂ€gt.

Convenience Shop“ von „Die Sterne„, veröffentlicht am 26.02.2010 auf dem Album „24/7“.

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Autor: Bernd @rueckzuginsprivate.de

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================