Irrige Prämissen

Eine neue Außenpolitik für Europa (1/2) | In seinem Essay entwirft Jeffrey Sachs eine neue Außenpolitik für die EU. Diese sollte sich auf die wahren Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen Europas konzentrieren, anstatt sich von einer irrationalen Feindschaft gegenüber Russland leiten zu lassen. Er kritisiert die gegenwärtigen politischen Prämissen, die seiner Meinung nach zu einer gefährlichen Abhängigkeit von den USA und einer verzerrten Wahrnehmung Russlands als Bedrohung geführt haben. Er fordert eine Neuausrichtung der EU-Politik durch diplomatische Ansätze.
03.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138419
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»In diesem umfangreichen Essay entwirft Jeffrey Sachs die Grundzüge für eine neue, friedliche und nachhaltige Außenpolitik für die EU. In diesem ersten Teil analysiert und korrigiert er zunächst die irrigen Prämissen, die dem gegenwärtigen Kurs zugrunde liegen. Im zweiten Teil zeigt er die hohen Kosten dieser verfehlten Politik auf und entwickelt konkrete Vorschläge für eine umsetzbare Neuausrichtung. Von Jeffrey D. Sachs, aus dem Englischen übersetzt von Klaus-Dieter Kolenda.«

Jeffrey Sachs entwirft eine neue, friedliche und nachhaltige Außenpolitik für die EU.

Der Artikel kritisiert die gegenwärtige Außenpolitik der EU, die als unterwürfig gegenüber den USA und feindlich gegenüber Russland beschrieben wird.

Die EU ist in einer wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Falle, geprägt von Angst vor Russland und China.

Sachs argumentiert, dass die EU ihre Außenpolitik auf wahre Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen ausrichten sollte.

Die Angst vor Russland wird als falsche Prämisse dargestellt, die durch historische Missverständnisse und ein verzerrtes Narrativ über den Ukraine-Krieg verstärkt wird.

Der Artikel nennt verschiedene historische Konflikte, um zu zeigen, dass Russlands militärische Aktionen oft defensiver Natur waren.

Es wird betont, dass Russland keine Expansion nach Westen anstrebt, sondern nach nationaler Sicherheit sucht.

Die westliche Politik hat Russlands Sicherheitsinteressen nicht anerkannt, was zu Spannungen geführt hat.

Der Artikel fordert eine Neuausrichtung der europäischen Außenpolitik, die auf Diplomatie und Frieden abzielt.

Friedensorientierter Ansatz.

In dem Artikel „Klaus von Dohnanyi und Erich Vad: Schicksalsfrage für Europa” diskutieren die Autoren die aktuelle geopolitische Lage in Europa. Sie betonen, dass diplomatische Bemühungen wichtiger sind als militärische Aufrüstung, um die Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten. Sie argumentieren, dass eine Zusammenarbeit mit Russland für Deutschland unerlässlich ist, um seine Position im andauernden Ukraine-Konflikt zu verbessern.

»„Krieg oder Frieden“: Klaus von Dohnanyi und Erich Vad diskutieren in diesem neuen Buch die Weltlage und stellen übereinstimmend fest, dass es Sicherheit für Deutschland nicht allein durch Aufrüstung geben kann, sondern dass vor allem auch diplomatische Anstrengungen gefragt sind. Kann man diesbezüglich auf die derzeitige Bundesregierung hoffen? Nur in Kooperation mit Russland, so ist die übereinstimmende Meinung, könnte unser Land aus seiner derzeit schwachen Position wieder herausfinden. Von Irmtraud Gutschke.«

Zu den wichtigsten Punkten gehören:

  • Diplomatische Lösungen statt Militarisierung: Dohnanyi und Vad behaupten, dass eine bloße Verstärkung der militärischen Stärke keine Garantie für die Sicherheit Deutschlands darstellt, sondern dass diplomatisches Engagement entscheidend ist.

  • Historischer Kontext: Die Autoren stützen sich auf historische Beispiele wie die Rolle Russlands bei der Niederlage Napoleons und den Beitrag der Sowjetunion zur Niederlage Hitlers, um für ein differenziertes Verständnis der Position und Motive Russlands zu plädieren.

  • Kritik an der aktuellen Politik: Die Autoren kritisieren die deutsche Regierung für ihr mangelndes politisches Engagement gegenüber Russland, insbesondere angesichts der anhaltenden Konflikte und des Einflusses der Vereinigten Staaten. Sie betonen die Notwendigkeit einer unabhängigeren Haltung Deutschlands in der Außenpolitik.

  • Missverständnis der russischen Absichten: Dohnanyi und Vad behaupten, dass die westliche Darstellung die russischen Absichten oft falsch darstelle, und weisen darauf hin, dass die Befürchtungen einer russischen Invasion Westeuropas übertrieben seien.
  • Aufruf zum Dialog: Die Autoren betonen die Bedeutung des Dialogs mit Gegnern für die Erreichung von Frieden und argumentieren, dass das Ignorieren der Sicherheitsbedenken Russlands die Spannungen nur verschärfen würde.
  • Konsequenzen der Untätigkeit: Sie warnen davor, dass ein Versäumnis, diplomatisch zu handeln, zu einer weiteren Eskalation der Konflikte führen und Europa möglicherweise in einen größeren Krieg hineinziehen könnte.
  • Kritik an der NATO und dem Einfluss der USA: Der Artikel hinterfragt die Rolle der NATO in der Region und legt nahe, dass die USA oft ihre eigenen Interessen über die Stabilität in Europa stellen, was für Deutschland und seine Nachbarn nachteilige Folgen haben könnte.

Die Schlussfolgerung des Artikels betont, dass ohne gemeinsame Anstrengungen zur Einbindung Russlands und zur Schaffung eines neuen Sicherheitsrahmens in Europa das Risiko eines anhaltenden Konflikts hoch bleibt. Die Autoren plädieren für einen friedensorientierten Ansatz, der die Würde und Interessen aller Parteien respektiert.

25.08.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=137936
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