Was Freunde einander schenken, …

… entspricht den Gaben in der Liebe, erreicht aber kaum je das Stadium leidenschaftlicher Hingabe.

~ Wilhelm Schmid, Vom Schenken und Beschenktwerden, Insel Verlag Berlin 2017

Dies stand auf der Geburtstagskarte, die mir N. zu meinem Geburtstag am 21.07.2016 schenkte. Wir unternahmen einen Ausflug mit Picknick und Kaffeetrinken und gingen abends in ein Hotel-Restaurant essen. Es war eine warme Sommernacht. Sie brachte mich nach Hause. Wir standen im dunklen Hof, unterhielten uns noch ein wenig und staunten über den sternenklaren Nachthimmel. Sie nahm mich in den Arm, ich umarmte sie. So blieben wir stundenlang regungslos stehen, lauschten dem Klang der Nacht, hörten unseren Atem und spürten unseren gegenseitigen Herzschlägen nach.

Täglicher Schreibanreiz
Kannst du eine Situation schildern, in der du dich geliebt gefühlt hast?

Can you share a positive example of where you’ve felt loved? | Können Sie ein positives Beispiel nennen, bei dem Sie sich geliebt gefühlt haben?

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Einschüchterungsstaat

In einem Interview kritisiert Volker Boehme-Neßler, dass sich Deutschland von einem demokratischen Verfassungsstaat zu einem Einschüchterungsstaat entwickelt hat – insbesondere seit der Coronakrise. In dieser Zeit wurden die Verfassung und die Grundrechte stark missachtet. Er warnt vor einer „Angstpolitik“, die das Vertrauen der Bürger in die Institutionen untergräbt und die Menschen zu Objekten staatlicher Manipulation macht. Boehme-Neßler fordert ein Amnestiegesetz für die während der Pandemie verhängten Strafen und sieht die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Versöhnung, um die Spaltung und das Misstrauen in der Gesellschaft zu überwinden. Er ist skeptisch, ob diese „Entgiftung” gelingen kann, bleibt aber hoffnungsvoll, dass eine ehrliche Aufarbeitung der Coronapolitik möglich ist.

~ Boehme-Neßler im Interview: „Deutschland ist auf dem Weg vom demokratischen Verfassungsstaat zum Einschüchterungsstaat“, 12.01.2026, https://www.nachdenkseiten.de/?p=144668

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Stapel

Definiere „Unordnung“: „Unordnung im Leben“ ist ein Begriff, der weit über einen unaufgeräumten Schreibtisch hinausgeht. Meistens beschreibt er einen Zustand, in dem die innere oder äußere Struktur fehlt. Das kann zu Überforderung, Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit führen.

Ich habe lediglich eine Baustelle: meine Foto- bzw. Bildersammlung. Ihr fehlt eindeutig Struktur. Die schiere Masse an Bildern, die ungeordnet auf meiner Festplatte liegen, überfordert mich und führt zu Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit. Diese Unordnung könnte ich reduzieren. Doch dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Ich verwende Tools wie Everything oder Picasa, um Bilder zu finden. Everything durchforstet die Festplatte nach Dateien, die bestimmte Kriterien erfüllen. Picasa ist eine alte Google-Festplatten-Bildarchivierungs- und Verwaltungssoftware, die bis 2016 von Google gepflegt wurde. Sie tut bis heute ihren Dienst.

Ansonsten habe ich in meinem Leben schon immer gerne gestapelt. Ich liebe Stapelarbeiten. Das Anhäufen von Stapeln und, wenn die Stapel umzukippen drohen, deren Rückbau. Schon als Kind habe ich versucht, so viele Legosteine wie möglich übereinanderzustapeln, bis der Turm umfiel. Heute sind es beispielsweise Stapel von gelesenen und ungelesenen Zeitschriften oder Büchern. Ich habe einen Stapel mit Papieren für die Datenschutztonne oder den Schredder. Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, stapele ich auch gerne Geschirr. Aber ich weiß immer, wo sich etwas befindet, genauso wie ich weiß, wo etwas geschrieben steht, das ich einmal gelesen habe. Und bei Gefahr im Verzug kann ich diese Stapel schnell abarbeiten. Menschen, die das stört, sollten ihren Besuch rechtzeitig vorher ankündigen, damit ich eine Ordnung herstellen kann, die beim Besuch für Wohlbefinden sorgt. Deswegen mag ich auch regelmäßigen Besuch. Dieser verhindert, dass die Stapel überhandnehmen.

Ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft: In meiner Nähe gibt es eine Rechtsanwaltskanzlei, in der sich die Akten auf der Fensterbank stapeln. Wenn ich Dokus schaue, in denen emeritierte Professor:innen in ihren Arbeitszimmern befragt werden, verliere selbst ich den Überblick und muss diese Professor:innen mit Adleraugen suchen.

Täglicher Schreibanreiz
Wo könntest du Unordnung in deinem Leben reduzieren?

Where can you reduce clutter in your life?

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Du machst mich wahnsinnig, weißt du?

Der am 15.01.2006 auf dem Original Soundtrack zu dem Film Tsotsi veröffentlichte Song „Mdlwembe” von Zola ist ein energischer und konfrontativer Track, der tief in der Township-Kultur verwurzelt ist. Er ist inisiZulu verfasst und mit südafrikanischem Straßenslang wie Tsotsitaal angereichert. Zola stammt aus Soweto.

Der Text beginnt mit einer direkten Warnung an ein Gegenüber: „Mach mich nicht verrückt“ oder „Reiz mich nicht“. Der Sprecher macht deutlich, dass er sich wehren wird, wenn er provoziert wird. Es herrscht eine Atmosphäre von Dominanz und Straßenschärfe. Ein wiederkehrendes Motiv ist der Satz „Wisse immer, dass die Männer niemals ausgehen“. Dies lässt sich zweifach deuten: Einerseits ist es eine Warnung, dass man nicht der Einzige ist, der hart ist, sondern dass es immer jemanden gibt, der nachkommt. Andererseits betont er eine unerschütterliche, kollektive männliche Präsenz oder Stärke.

Der Text nutzt dramatische Bilder, um die Konsequenzen von Konflikten aufzuzeigen: „Ein starker Mann wird sterben und Witwen werden zurückbleiben.“ Dies ist ein klassisches Zulu-Sprichwort, das die bittere Realität von Gewalt und einem riskanten Lebensstil beschreibt. Mit der Erwähnung der „Jungs aus Zola“ wird der Stolz auf die Herkunft aus einem Viertel unterstrichen, das in Südafrika für seine Härte bekannt ist.

Am Ende des Liedes findet sich eine philosophische Note: „Die Schätze dieser Welt werden in den Gräbern zurückbleiben.“ Dies ist eine Erinnerung daran, dass materieller Reichtum oder Status am Ende keine Bedeutung haben, wenn man stirbt.

Der Song ist eine Mischung aus Selbstbehauptung, einer Warnung an Rivalen und einer Reflexion über das harte Leben in den Townships. Er feiert die eigene Zähigkeit, warnt aber gleichzeitig vor den tödlichen Konsequenzen von Stolz und Gewalt.

https://www.deezer.com/en/album/183758252

https://music.apple.com/de/song/mdlwembe/1535111773

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Missbrauch, Gefahr, Niedertracht, Trivialität, ohne Relevanz

» […] Wenn du die Summe dessen, was da die Schlagzeilen füllt im Sinn hast, dann ja. Jedes Detail hingegen ist so absurd, dass der Aufwand der Aufregung nicht lohnt. Alles ist Missbrauch, Gefahr und Niedertracht. Andererseits ist alles auch trivial und nicht durchdacht. Hör sie dir an, wie sie sich aufbrezeln. Zu Themen ohne Relevanz. Egal, was du nimmst, es ist absurd.

Da will ein Tik-Tok-Model aus dem Ruhrgebiet raus, weil da nichts los ist und der Fußballer, der das Geld nach Hause bringt, nimmt das noch ernst.

Da rebellieren die Menschen im Iran unter Lebensgefahr und ein Schah-Zögling gibt in Washington in einem Fünf-Sterne-Hotel eine Pressekonferenz und erteilt den Verzweifelten und Todesmutigen noch Ratschläge. Während es hier wiederum reicht, dass man als Experte gilt, wenn man nur in Teheran geboren ist. Oder in Kiew. Oder sonst wo.

Und hier wie in der EU kennt man nur noch Sanktionen. Gegen andere Länder und jetzt auch gegen Landsleute, weil sie eine andere Meinung vertreten als die kriegsgeile Meute.

Und jeden Tag gehen 1000 Arbeitsplätze verloren und 50 Betriebe melden Insolvenz an.

Und im Radio hörst du jeden Tag irgendeine Statistik, die alles aussagt, nur keine gesellschaftliche Relevanz besitzt.

Da wird ein Land militärisch angegriffen, das dortige Staatsoberhaupt und seine Frau entführt, in einem fremden Land vor Gericht gestellt, die Frau im Gesicht grün und blau, und irgendwelche Trümmerhirne mit einem politischen Mandat reden davon, dass die Lage zu komplex sei, als dass man dazu eine klare Position vertreten könne. Und hier gibt es genügend Weichhirne, die das auch noch gut finden. […] «

~ Dr. Gerhard Mersmann, Taubenzüchten, 11.01.2026, https://form-7.com/2026/01/11/taubenzuchten/

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Cats and dogs

Heute mache ich es mir einfach und verweise aufs Daily Prompt 2131 von 23. November. Ich kann und will mich nicht zwischen Hunden und Katzen entscheiden.

Draußen ist es herrlich mit einem Hund spazieren zu gehen. Ihm auf seinem Weg zu folgen. Mir dabei Zeit zu lassen. Und ihm, dem Hund. Seine Freude zu spüren, wenn er den Spuren anderer Tiere nachspürt. Immer wieder blickt er zu mir, ob ich auch den Weg gehe, den er heute gehen möchte.

Und in der Wohnung ist es für mich absolut beruhigend, die Katze eingerollt schlafend in ihrem Körbchen zu sehen. Oder wie sie auf meinen Schoß springt, schnurrt und sich einrollt. Oder wenn sich die Katze neben mich aufs Sofa legt.

Der Höhepunkt des Glücksgefühls mit Lieblingstieren empfand ich Anfang der 1990er Jahre, als Max, der Kater, Sina, die Hündin und mich auf unseren Spaziergängen begleitet hat. Bis zu einer unsichtbaren Grenze an der Mäxchen stehenblieb und uns noch lange bitterlich nachmaunzte.

Daily Prompt 2131

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Was ist dein Lieblingstier?
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