Es läuft von Mund zu Mund, von Tür zu Tür.

08.09.2022– | track: –La rumeur – Live– | artist: –Calogero– | album: -Centre ville (Deluxe)-

In seinem Lied „La rumeur” beschreibt Calogero die gefährliche und unkontrollierbare Dynamik von Gerüchten. Er vergleicht ein Gerücht mit einer Welle, die klein beginnt – vielleicht als leises Flüstern –, aber schnell an Größe gewinnt und sich über verschiedene Kanäle, sei es von Mund zu Mund oder über digitale Medien, verbreitet.

Im Songtext wird betont, wie ein Gerücht das Leben eines Menschen negativ beeinflussen kann, indem es ihn an den Pranger stellt und sogar unschuldige Personen wie den eigenen Vater in ein schlechtes Licht rückt. Das Gerücht wird personifiziert und als etwas beschrieben, das sich wie ein Raubtier um sein Opfer schleicht, es ins Visier nimmt und ihm Angst macht.

Im Lied wird besonders die paradoxe Natur von Gerüchten hervorgehoben: Je mehr man versucht, sie zu widerlegen, desto stärker werden sie und verbreiten sich weiter. Calogero warnt eindringlich vor der zerstörerischen Kraft von Gerüchten, die Menschenleben ruinieren und Namen beschmutzen können. Das wiederholte „Gaffe, gaffe, gaffe à la rumeur” dient dabei als zentraler, warnender Aufruf, sich dieser Gefahr bewusst zu sein.

Polizeigewalt während einer Demonstration gegen Aufrüstung.

In ihrem Artikel beschreibt Renate Dillmann die Polizeigewalt während einer Demonstration gegen Aufrüstung in Köln am 30. August 2025 und kritisiert die repressiven Maßnahmen des Staates gegen friedliche Proteste. Dillmann argumentiert, dass die aktuelle Politik der Militarisierung sowie die Unterdrückung von Kritik an dieser Politik eine Bedrohung für die grundlegenden Freiheiten in Deutschland darstellen.

»Polizeigewalt bei der Demo gegen Aufrüstung am 30. August in Köln – und was sie bedeutet
„Kriegstüchtig“ werden – dazu gehört neben der Beschaffung von Waffen und Soldaten ganz weit vorne in der Prioritätenliste: die Reihen im Innern zu schließen. Für den Kriegskurs muss eine neue nationale Einheit her, und wenn sie nicht da ist, wird sie erzwungen – im Namen der Freiheit selbstverständlich. Denn diejenigen, die nicht mitziehen, sind ja – das wusste schon Franz Josef Strauß – die Feinde der Freiheit. Ein Artikel von Renate Dillmann.
«

Der Artikel behandelt Polizeigewalt während einer Demonstration gegen Aufrüstung am 30. August 2025 in Köln.

Die Demonstration wurde von etwa 3.000 Teilnehmern besucht, während 1.600 Polizeikräfte mobilisiert wurden.

Die Polizei setzte schweres Gerät ein, einschließlich Wasserwerfer und Räumpanzer, und verhinderte den Abmarsch des Protestzuges durch Schikanen.

Es gab Berichte über zahlreiche Verletzte, darunter 147 medizinische Behandlungen, die auf Polizeigewalt zurückzuführen waren.

Die Polizei hatte im Vorfeld das Camp der Demonstranten verboten, was zu einem Gefühl der Bedrohung und Einschüchterung führte.

Der Artikel kritisiert die Berichterstattung der nationalen Medien, die die Gewalt der Polizei nicht ausreichend hinterfragten und stattdessen den Fokus auf die Demonstranten legten.

Es wird argumentiert, dass die deutsche Regierung eine neue nationale Einheit im Namen der Freiheit erzwingen will, was zu einer Einschränkung von Meinungsfreiheit und Protest führt.

Der Autor, Renate Dillmann, zieht Parallelen zu repressiven Regimen in anderen Ländern und kritisiert die Doppelmoral in der Berichterstattung über Polizeigewalt.

04.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138461, Und seid ihr nicht (kriegs-)willig, so brauch‘ ich Gewalt
hören:

Bis ihre Geschichten erzählt sind.

Gräueltaten lassen sich jedoch nicht begraben. Ebenso stark wie der Wunsch, sie zu leugnen, ist die Überzeugung, dass dies nichts bringt. Die Volksweisheit sagt: Es gibt Geister, die sich weigern, in ihren Gräbern zu ruhen, bis ihre Geschichten erzählt sind.

Judith Lewis Herman, Trauma and Recovery: The Aftermath of Violence – From Domestic Abuse to Political Terror, veröffentlicht 1992 bei Basic Books (New York)

Der Satz bzw. das Zitat stammt wortwörtlich aus dem Einleitungskapitel („Introduction“) des Buches:

Judith Lewis Herman, Trauma and Recovery: The Aftermath of Violence – From Domestic Abuse to Political Terror, veröffentlicht 1992 bei Basic Books (New York):

„Atrocities, however, refuse to be buried. Equally as powerful as the desire to deny atrocities is the conviction that denial does not work. Folk wisdom is filled with ghosts who refuse to rest in their graves until their stories are told.“
(Einleitung)

Darüber hinaus formuliert Herman zu Beginn ihrer Einleitung noch klarer:

„The ordinary response to atrocities is to banish them from consciousness… Certain violations of the social compact are too terrible to utter aloud: this is the meaning of the word unspeakable.“

Und:

„The conflict between the will to deny horrible events and the will to proclaim them aloud is the central dialectic of psychological trauma.“

Zusammenfassung

Autorin: Judith Lewis Herman

Werk: Trauma and Recovery: The Aftermath of Violence – From Domestic Abuse to Political Terror

Erscheinungsjahr: 1992 (Einleitung)

Wortlaut (englisch):

„Atrocities, however, refuse to be buried. Equally as powerful as the desire to deny atrocities is the conviction that denial does not work. Folk wisdom is filled with ghosts who refuse to rest in their graves until their stories are told.“

„The conflict between the will to deny horrible events and the will to proclaim them aloud is the central dialectic of psychological trauma.“

Meine Zukunft liegt jenseits der gelben Ziegelsteinstraße.

07.09.1973– | track: –Goodbye Yellow Brick Road– | artist: –Elton John– | album: -Goodbye Yellow Brick Road / Screw You-

Der Songtext handelt vom Wunsch, aus einem glamourösen, aber beengenden Leben in der Stadt auszubrechen. Die Metapher der „gelben Ziegelsteinstraße“ (engl. „Yellow Brick Road“) steht für diesen Weg des Erfolgs und des Ruhms. Der Protagonist fühlt sich jedoch gefangen und wie ein „Geschenk“, das nur zur Unterhaltung anderer da ist.

Er sehnt sich nach seinem früheren, einfacheren Leben auf dem Land, das durch den „Pflug” und die „Farm” symbolisiert wird. Er stellt sich der Person, die ihn festhält, entgegen und erklärt, dass er nicht ewig an diesen Ort gebunden sein wird. Trotz der Bedenken und Warnungen, dass sein Ausbruch scheitern könnte, ist seine Entscheidung klar: Er will zu seinen Wurzeln zurückkehren und sein eigenes Leben leben – weg von den falschen Versprechungen und den „Hunden der Gesellschaft“.

Abgehängt.

»In einem der wohlhabendsten Länder Europas ist Kinderarmut nach wie vor ein unterschätztes soziales Problem. Fast jedes fünfte Kind gilt hierzulande als armutsgefährdet – in Bremen sogar rund 41 Prozent – und Schätzungen zufolge haben über 130.000 Minderjährige keinen festen Wohnraum. Doch oft werden bei Kinderarmut nur finanzielle Aspekte diskutiert. Tatsächlich hat Armut in jungen Jahren tiefgreifende soziale Folgen: Sie bedeutet für betroffene Kinder eine massive Einschränkung ihrer Teilhabechancen und ein erhöhtes Risiko, im Alltag ausgegrenzt zu werden. Von Detlef Koch.«

Zusammenfassung in Stichpunkten:

  • Kinderarmut in Deutschland ist ein unterschätztes soziales Problem, mit fast jedem fünften Kind als armutsgefährdet.
  • In Bremen liegt die Armutsgefährdung bei etwa 41%, und über 130.000 Minderjährige haben keinen festen Wohnraum.
  • Die Diskussion über Kinderarmut konzentriert sich oft nur auf finanzielle Aspekte, während die sozialen Folgen vernachlässigt werden.
  • Armut führt zu massiven Einschränkungen der Teilhabechancen für Kinder, was ihre soziale Integration stark beeinträchtigt.
  • Kinder aus armen Familien sind seltener in Freizeitaktivitäten wie Sportvereinen oder Musikschulen aktiv.
  • Materielle Barrieren, wie fehlendes Geld für Mitgliedsbeiträge oder Mobilität, schränken die Teilhabe am sozialen Leben ein.
  • Freundschaften sind oft schwierig zu pflegen, da Kinder in Armutslagen kleinere Freundeskreise haben und aus Scham keine Freunde nach Hause einladen können.
  • Soziale Isolation wird durch das Wohnumfeld verstärkt, da arme Familien häufig in benachteiligten Vierteln leben.
  • In solchen Quartieren ist die Infrastruktur oft mangelhaft, was die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen außerhalb der Nachbarschaft erschwert.
  • Kinderarmut ist eng mit der Klassengesellschaft verknüpft, wobei viele Kinder in dauerhaften Armutslagen aufwachsen.
  • Die soziale Mobilität für Kinder aus armen Familien ist gering, was zur Verfestigung von Unterklassenverhältnissen führt.
  • Kinder mit Migrationshintergrund sind überproportional von Armut betroffen und erleben eine doppelte Benachteiligung.
  • Stigmatisierung und Scham sind häufige psychosoziale Belastungen für arme Kinder, die oft abwertende Zuschreibungen erfahren.
  • Armutsbekämpfung muss über materielle Unterstützung hinausgehen und Inklusion fördern, um soziale Zugehörigkeit zu gewährleisten.
  • Die zentrale Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass kein Kind aufgrund seiner Herkunft oder finanziellen Lage vom sozialen Leben ausgeschlossen wird.

03.09.2025, Abgehängt von Anfang an: Die soziale Dimension der Kinderarmut in Deutschland, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138423
hören:

Wenn ich diese und andere Kritiken seit Jahrzehnten lese, dann stelle ich immer fest: Das ist politisch so gewollt. Da das Wahlvolk immer dieselben Parteien wählt, ist es mit dieser Politik einverstanden, anstatt den im Bundestag und in den Landtagen vertretenen Parteien die rote Karte zu zeigen und Parteien wie der Tierschutzpartei oder dem BSW die Chance zu geben, zu zeigen, wie ernst sie es mit ihren vernünftigen Partei- und Wahlprogrammen meinen. Wenn die NATO in spätestens fünf Jahren Krieg gegen Russland führt – „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“ –, werden die armen Kinder die Ersten an der Front sein. Wenn sie lebend zurückkehren, werden sie zusätzlich arm an Gliedmaßen sein.

Er war mal Vorsitzender der SPD.

… wenn man sich ansieht, wie die handelnden Figuren ihre Karrieren gestalten, dann erscheint das Witzeln über östliche Autokraten wie ein billiges Schmankerl. Immer wieder mit Steuermitteln werden Kometenlaufbahnen für Hetzer und Dilettanten abgesichert, die nichts anderes bewirken werden als den Ruf des eigenen Landes noch weiter zu ramponieren. Und betrachtet man den Weg eines einstmals als Vorsitzender der deutschem Sozialdemokratie fungierenden Politikers, der es fertig gebracht hat, zunächst als Berater für einen mehr als schillernden Schlachtbetrieb, dann als Vorsitzender der atlantischen Imperialisten und nun als Vorstandsmitglied eines Waffenkonzerns zu brillieren, dann ist man schnell wieder bei der Frage, ob die so genannte schwarze Literatur nicht das einzige Medium ist, in der das politische Niveau in unserer Hemisphäre noch beschrieben werden kann. Keine Realität ist nicht düster genug, keine Geschmacklosigkeit unwirklich genug und keine Absurdität lässt eine innere Logik vermissen.

Gerhard Mersmann, 04.09.2025, Unsere Realität und die schwarze Literatur