Ich weiß nicht mehr, für wen von uns beiden du dich schön machst. | on this day in music

Der Song „La bourgeoisie des sensations – version symphonique” von Calogero aus dem Album „Live symphonique”, veröffentlicht am 05.12.2011, handelt von Schmerz, Verwirrung und der Herausforderung einer Beziehung, in die eine dritte Person involviert ist.

Der Interpret (vermutlich die Partnerin/der Partner) konfrontiert seine/ihre geliebte Person mit deren offensichtlichem Begehren für eine andere Frau. Dies führt zu einem tiefen Konflikt, weil der Interpret nicht mehr weiß, für wen sich der Partner bzw. die Partnerin eigentlich schön macht. Die geliebte Person beteuert zwar, dass die Liebe zum Interpreten noch da ist, fühlt sich aber gleichzeitig untreu und gewinnt durch die neue Attraktivität an Selbstbewusstsein.

Der Interpret erinnert die geliebte Person daran, dass er sie bedingungslos geliebt hat – auch im Hinblick auf ihre möglicherweise komplexe Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung – und akzeptierte diese ohne Diskussion. Der Interpret ist enttäuscht, dass eine scheinbar banale Affäre nun alle gemeinsamen Zukunftspläne gefährdet.

Die geliebte Person rechtfertigt ihr Verhalten mit der „Bourgeoisie der Empfindungen” und der Idee, nicht zwischen Männern und Frauen wählen zu müssen. Der Song endet mit der klaren Aufforderung des Interpreten, dass der Partner bzw. die Partnerin eine endgültige Entscheidung treffen muss.

Es ist eine emotionale Erzählung über eine Liebeskrise, die durch die Verliebtheit in eine andere Person ausgelöst wurde und die komplexen Aspekte von Sexualität und Beziehungsengagement innerhalb einer festen Partnerschaft beleuchtet.

https://link.deezer.com/s/31MmQDGtg50Gc8zB0xy4b

https://music.apple.com/us/song/la-bourgeoisie-des-sensations-version-live-symphonique/1442825606

Die Wirbelstürme des Herzens.

Der am 22.11.2010 veröffentlichte Songtext „Passage Des Cyclones – Version Symphonique” von Calogero thematisiert den schmerzhaften, aber auch befreienden Prozess einer Trennung und die darauffolgende Heilung. Das lyrische Ich wendet sich dabei direkt an die vergangene Liebe, um ihr mitzuteilen, dass es sie nun endgültig vergisst und hinter sich lässt.

Es hat beschlossen, den Kreislauf aus leidvollen Erinnerungen zu beenden. Es will nicht mehr passiv am Fenster sitzen und dem Leben dabei zusehen, wie es vorbeizieht. Die konkreten Erinnerungen an die Person – ihre Stimme, ihre Küsse, ihre Schritte und ihr Parfüm – verblassen bewusst. Die Liebe, die einst fast bettelnd um Zuneigung bat, existiert nicht mehr.

Die Beziehung wird rückblickend als eine Serie von Katastrophen beschrieben. Zyklone dienen hier als zentrale Metapher: Sie stehen für emotionale Stürme oder destruktive Phasen, die vom Partner ausgingen. Diese Stürme haben die Welt des Erzählers auf den Kopf gestellt und alles zerstört. Kaum war ein Schaden angerichtet, folgte der nächste Sturm.

Am Ende steht die Genesung. Das lyrische Ich hat sich von den „Zyklonen” erholt. Himmel und Erde sind wieder an ihrem Platz, das Chaos ist beseitigt. Der Verlust der Beziehung wird mit einem König verglichen, der davon träumt, seine schwere Krone zu verlieren – ein Bild dafür, dass das Ende einer Liebe auch eine Befreiung von einer Last sein kann. Abschließend erkennt das lyrische Ich, dass die Beziehung scheitern musste, weil der Partner zu viel Angst vor der Liebe hatte und sie deshalb unbewusst zerstörte.

Zusammenfassend ist es ein Song über das Überleben eines emotionalen Unwetters. Der Erzähler wandelt sich vom Opfer der Umstände zu jemandem, der seinen inneren Frieden wiedergefunden hat.

https://music.apple.com/lb/song/passage-des-cyclones-version-symphonique/1440802963

Ich bin nur durch meine Freunde reich.

Der Songtext „C’est dit” von Calogero, aufgenommen live auf der „Liberté chérie Tour” im Olympia im Jahr 2019 und am 08.11.2019 veröffentlicht, fasst auf sehr poetische Weise die Bedeutung von Freundschaft im Kontrast zu anderen Lebensphasen und -werten zusammen. Die erste Strophe beschreibt eine unbeschwerte, vielleicht aber auch etwas leichtsinnige Jugend, geprägt von Musik, Mädchen, Partys und Nächten („Des chansons, des filles / Beaucoup de verres et de nuits”). Die Jugendlichen fühlten sich wie „Könige”, obwohl sie mittellos waren („Rois de pacotille, princes démunis”). Bereits hier wird die zentrale These aufgestellt: „On n’est riche que de ses amis” (Man ist nur reich durch seine Freunde).

Die zweite Strophe stellt die Herausforderungen und Enttäuschungen des Lebens dar („Le temps des tempêtes arrive”). Es geht um unerfüllte Lieben, Niederlagen und Ironie („Amours impossibles / Défaites, ironies”). Wenn alles zusammenbricht und selbst die Träume schwinden („Quand tout s’abîme, quand même nos rêves fuient“), bleibt nur ein Zufluchtsort: der feste Kern der Freunde. Die zentrale Botschaft wird bekräftigt: „On n’est riche que de ses amis”.

Auch wenn das Leben plötzlich hell erstrahlt, Erfolg, Ruhm, Feste und Reichtum bringt („Gloire, fêtes, symphonies / Bravo, bijoux, frénésies”), hinterfragt der Sprecher den Wert dieser Dinge („Honneur et fortune / Qu’en sais-je aujourd’hui?”). Angesichts von Falschheit und Vergesslichkeit bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass der wahre und bleibende Wert in den persönlichen Beziehungen liegt: „Je ne suis riche que de mes amis” (Ich bin nur reich durch meine Freunde).

Der Text ist eine Ode an die Freundschaft. Er stellt fest, dass Freunde sowohl in leichtsinnigen als auch in stürmischen Lebensphasen die einzige und wahre Quelle von Reichtum und Halt sind, während materielle Werte oder Ruhm demgegenüber nicht bestehen.

Wenn es sich nicht lohnt.  |  On this day in music.

13.10.2023– | track: –Un homme heureux– | artist: –Calogero– geschrieben von: –William Sheller– | album: -Simplement Sheller-

Der Songtext „Un homme heureux” von Calogero reflektiert über die Natur von Menschen, die sich lieben.

Der Interpret stellt fest, dass liebende Paare sich in ihrem Verhalten oft ähneln. Sie teilen den gleichen intensiven Wunsch („le même regard d’un seul désir pour deux”) und sind dadurch glücklich. Sie bilden eine Einheit, bei deren Problemen man ihnen nicht helfen kann.

Der Interpret beschreibt Liebende auch als etwas rebellisch, da sie ihre eigene Welt haben, die nicht den gängigen Modellen entspricht. Gleichzeitig können sie unnahbar wirken, wenn sie über ihre Liebe sprechen. Der Erzähler betrachtet dies als zutiefst menschlich.

Im Gegensatz dazu steht die Situation des Interpreten. Er kennt die angesprochene Person kaum, wünscht sich aber sehr, eine ähnliche Beziehung mit ihr einzugehen („On pourrait se faire sans qu’ça gêne / De la place pour deux”). Er bittet die Person offen und ehrlich, ihm mit einem Blick in die Augen zu sagen, wenn es sich nicht lohnen sollte.

Sein zentraler Wunsch ist es, „ein glücklicher Mann” („un homme heureux”) zu sein, unabhängig davon, wie viel Zeit und Einsatz es erfordert. Der Song drückt somit die Sehnsucht nach einer tiefen, erfüllten Liebe aus, wie sie bei anderen beobachtet wird, sowie die Bereitschaft, dafür alles zu geben, während gleichzeitig um Ehrlichkeit gebeten wird.

Es läuft von Mund zu Mund, von Tür zu Tür.

08.09.2022– | track: –La rumeur – Live– | artist: –Calogero– | album: -Centre ville (Deluxe)-

In seinem Lied „La rumeur” beschreibt Calogero die gefährliche und unkontrollierbare Dynamik von Gerüchten. Er vergleicht ein Gerücht mit einer Welle, die klein beginnt – vielleicht als leises Flüstern –, aber schnell an Größe gewinnt und sich über verschiedene Kanäle, sei es von Mund zu Mund oder über digitale Medien, verbreitet.

Im Songtext wird betont, wie ein Gerücht das Leben eines Menschen negativ beeinflussen kann, indem es ihn an den Pranger stellt und sogar unschuldige Personen wie den eigenen Vater in ein schlechtes Licht rückt. Das Gerücht wird personifiziert und als etwas beschrieben, das sich wie ein Raubtier um sein Opfer schleicht, es ins Visier nimmt und ihm Angst macht.

Im Lied wird besonders die paradoxe Natur von Gerüchten hervorgehoben: Je mehr man versucht, sie zu widerlegen, desto stärker werden sie und verbreiten sich weiter. Calogero warnt eindringlich vor der zerstörerischen Kraft von Gerüchten, die Menschenleben ruinieren und Namen beschmutzen können. Das wiederholte „Gaffe, gaffe, gaffe à la rumeur” dient dabei als zentraler, warnender Aufruf, sich dieser Gefahr bewusst zu sein.

Ohrgasmus.

Täglicher Schreibanreiz
Was treibt dir Freudentränen in die Augen?

Letzten Samstag war ich auf einem Grillfest eingeladen.

Meine Erwartungen, Holzkohlerauch, Alkohol, Fleisch, ein Salatbüffet und Smalltalk vorzufinden, wurden nicht enttäuscht. Es gab auch ein kleines Unterhaltungsprogramm für die Gäste.

Für den Nachmittag war ein Duo angekündigt, das unter anderem afrikanische Musik spielen sollte.

Tatsächlich betraten nach Mittag eine strahlend schillernd farbige Südafrikanerin namens Natasha und ihr bewusst dezent gekleideter Gitarrist Tomasz die improvisierte Bühne.

Zusammen sind sie das Duo UMSUKA.

Sie dekorierten den Boden mit einem Teppich, auf dem sie barfuß singen würde. Es wurden handgeschnitzte südafrikanische Holzfiguren aufgestellt und an allen Ecken und Enden auffällig blühende und farbenprächtige Gladiolen. Räucherstäbchen wurden entzündet.

Es begann ein fast zweistündiges, pausenloses musikalisches Programm. Sie spielten World Music, Latin (Bossa Nova), Reggae, Jazz und Blues.

Gleich nach den ersten Tönen seiner Gitarre und dem Einsetzen ihrer lautmalerischen Stimme spürte ich: Hier spielen nicht zwei Musiker für Geld, hier leben zwei ihre Musik. Sie haben die Musik im Blut. Und immer, wenn Musikerinnen und Musiker ihre Musik leben, überkommt mich Gänsehaut und ein Glücksgefühl, das mir die Freudentränen in die Augen treibt. Ich spreche dann von einem Ohrgasmus.

Die Musik von UMSUKA kann auf Soundcloud nachgehört und nacherlebt werden: https://soundcloud.com/tomasz-natasha.

Exemplarisch seien hier die Musik von Johann Sebastian Bach, vor allem die Chöre, oder die Musik von Flairck („Alive” sei hier zu empfehlen) oder Calogero („Live 1.0”) genannt, die mir auch nach wiederholtem Hören Ohrgasmen erzeugen.

Es ist aber nicht nur die Musik, die mir Freudentränen in die Augen treibt …