»Ich lehne deshalb als Arzt jede Schulung oder Fortbildung in Kriegsmedizin ab und werde mich daran nicht beteiligen.« | Zitat

» […] Ich halte alle Maßnahmen und Vorkehrungen für gefährlich, die auf das Verhalten im Kriegsfall vorbereiten sollen. Ich lehne deshalb als Arzt jede Schulung oder Fortbildung in Kriegsmedizin ab und werde mich daran nicht beteiligen. Das ändert nichts an meiner Verpflichtung und Bereitschaft, in allen Notfällen medizinischer Art meine Hilfe zur Verfügung zu stellen und auch weiterhin meine Hilfe zur Verfügung zu stellen und auch weiterhin meine Kenntnisse in der Notfallmedizin zu verbessern.

Da ein Krieg in Europa nach überwiegender Experten-Meinung unter Benutzung der modernen Massenvernichtungswaffen geführt werden würde, muss er absolut unmöglich gemacht werden. Jede Vorbereitungsmaßnahme indessen, die von seiner Möglichkeit ausgeht, fördert indirekt die Bereitschaft, sich auf etwas einzustellen, was um jeden Preis verhindert werden muss. Deshalb erkenne ich als Arzt nur eine einzige auf den Kriegsfall bezogene Form der Prävention an, nämlich die Verhütung des Krieges selbst mit allen Anstrengungen, zu denen ich mein Teil beizusteuern entschlossen bin. […] «

~ 1. Vollversammlung der Deutschen Sektion der Internationalen Ärztinnen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärztinnen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), Frankfurter Erklärung (1982), 08.05.1982, LINK https://www.ippnw.de/der-verein/geschichte-der-ippnw/erklaerungen/artikel/de/frankfurter-erklaerung-1982-1.html

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

3 Kommentare zu „»Ich lehne deshalb als Arzt jede Schulung oder Fortbildung in Kriegsmedizin ab und werde mich daran nicht beteiligen.« | Zitat“

    1. Ich bin zwar schon sehr lange nicht mehr klinisch tätig, aber ich ich fühle mich sehr verbunden mit diesem Statement.

      In der Vergangenheit wurden Ärzte von Regierungen für ihre kriegerischen Zwecke missbraucht.

      Ich habe, als sich die „Zeitenwende“ in Richtung Aufrüstung in der deutschen Politik abzeichnete, meine ärztliche Approbation freiwillig zurückgegeben. Ein zweiter Grund war, dass ich mich von der Ärztekammer nicht vertreten fühlte und aus der Zwangsmitgliedschaft und Beitragspflicht ausscheiden wollte.

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