Happy New Year 2026

»Wir haben den Rassismus überwunden
Er findet endlich nirgendwo mehr statt
Und nach und nach verheilen all die Wunden
Die er jahrtausendelang geschlagen hat

Wir haben auch den Nationalismus überwunden
Weil inzwischen auch der Letzte erkennt
Wir alle sind miteinander verbunden
Und es gibt so viel mehr, was uns verbindet, als uns trennt

Auch den Faschismus hab′n wir überwunden
Minderheiten werden nicht mehr unterdrückt
Wir brauchten dafür ein paar Ehrenrunden
Doch inzwischen ist es überall geglückt

Wir haben auch den Antisemitismus überwunden
Bei diesem Blödsinn macht heut niemand mehr mit
Von allen menschheitsgeschichtlich profunden
Entwicklungsschritten war das so mit der größte Schritt

Wir haben den Neoliberalismus überwunden
Eine große Last wurde von uns genommen
Seitdem kommen wir alle viel besser über die Runden
Dank dem bedingungslosen Grundeinkommen

Wir haben auch die Korruption überwunden
In Wirtschaft, Behörden, Polizei und Politik
Wir haben aus dem Sumpf herausgefunden
Und das Verbrechen besiegt

Wir haben das Patriarchat überwunden
Und die Geschlechterungerechtigkeit
Frauen sind endlich ebenbürtig eingebunden
Das wurde ja auch verdammt noch mal Zeit

Wir haben die Homophobie überwunden
Und all die toxische Männlichkeit
Sie ist endlich rückstandslos verschwunden
Und stattdessen herrscht Regenbogen-Pride

Wir haben die Religionen neu erfunden
Sie sind für viele Menschen offenbar elementar
Doch den Fanatismus hab’n wir ja überwunden
Seitdem stellen Religionen keine Gefahr mehr dar

Auch das Artensterben hab′n wir überwunden
Denn inzwischen hab’n wir alle kapiert
Wird das Artensterben nicht unterbunden
Sind die Nächsten, die aussterben, wir

Wir haben die Klimakrise überwunden
Wir haben es gemeinschaftlich gepackt
Der Planet ist endlich wieder am Gesunden
Und die Ökosysteme sind intakt

Ich hoffe ja, dass ich unumwunden
All das mal meinen Kindern sagen kann
Wir haben uns und Mutter Erde lang genug geschunden
Und jetzt fang’n wir damit aufzuhören an«

https://www.deezer.com/de/album/793741651

https://music.apple.com/de/song/%C3%BCberwunden/1828430621

Bodo Wartke, Überwunden, 29.08.2025

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

Ich spür‘ bis zu den Ohr′n mein Herz leise klopfen, wie aus meinen Por’n heiße Schweißtropfen tropfen.

28.10.2022– | track: –90 Grad – Live bei TV Noir- | artist: –Bodo Wartke– | album: -90 Grad (Live bei TV Noir)-

Der Songtext „90 Grad“ von Bodo Wartke beschreibt die intensive und überwältigende körperliche und emotionale Erfahrung des lyrischen Ichs mit einer Partnerin beim Tanzen oder in inniger Umarmung.

Die Haut der Partnerin wird als unglaublich weich und vertraut beschrieben. Der Duft ihrer Haare wird als betörend und ekstatisch empfunden. Das lyrische Ich spürt starkes Herzklopfen, Schweiß und befindet sich in Verlegenheit und Erregung, als sich die Körper aneinander schmiegen und bewegen.

Es herrscht eine „vollkommen synchrone“ und harmonische Verbindung, die als nonverbale Kommunikation interpretiert wird. Man ist zu zweit und gleichzeitig „eins“. Bewunderung und Schönheit: Die Partnerin wird als wunderschön beschrieben, und der geteilte Augenblick ist von solch besonderer Schönheit, dass das lyrische Ich wünscht, er möge verweilen.

Die gemeinsame Erfahrung lässt das lyrische Ich alle „Last des Seins“ vergessen und sich befreit fühlen. Im Kern feiert der Text die tiefe, sinnliche Verbundenheit und die überwältigende Anziehung zwischen Mann und Frau, die sich in einem Moment geteilter Harmonie und Schönheit manifestiert.

Christine.  |  On this day in music.

Triggerwarnung: Beim Lesen dieses Beitrags oder beim Hören dieses Songs könnten Sie traurig werden.

26.09.2013– | track: –Christine – Live- | artist: –Bodo Wartke– | album: -Klaviersdelikte – Live In Bremen-

In dem Songtext von Bodo Wartke erinnert er sich an den frühen Tod seiner jüngeren Schwester Christine.

Bodo Wartke war damals selbst noch sehr klein – nur drei Jahre alt –, während seine Schwester lediglich einen Monat und einen Tag alt wurde. Obwohl der Tod absehbar war, traf er die Familie dennoch hart.

Der Text beschreibt, wie die Mutter nach dem tragischen Ereignis Trost bei ihm suchte, indem sie ihn festhielt, um sich gegenseitig Halt zu geben. Im Laufe seines Lebens verarbeitet Bodo diesen Verlust, indem er versucht, weiterzumachen und eine Normalität aufrechtzuerhalten, obwohl die Trauer tief sitzt.

Oft fragt er sich, wie das Leben mit seiner Schwester gewesen wäre und welche Persönlichkeit sie gehabt hätte. Er stellt sich vor, wie die beiden sich ähneln und welche Eigenschaften sie von den Eltern geerbt hätte. Trotz ihrer Abwesenheit fühlt der Sprecher, dass seine Schwester immer noch präsent ist. Das zeigt sich besonders in der Zeile, in der er sagt, dass er eine Schwester hat, die „zwar nicht mehr hier“, aber „da“ ist.