Keine Zeit für Leugner, Fatalisten und Bequeme, die so tun, als hätten sie es nicht schon seit Jahren gewusst.

Der am 12. November 2021 veröffentlichte Songtext „Keine Zeit” von Dota Kehr ist ein dringender Aufruf zum Handeln angesichts der Klimakrise und Umweltzerstörung.

Der Text beginnt mit der Erkenntnis, dass wir uns an einem kritischen Punkt befinden: Wir sind konfrontiert mit der „Wüste” (Umweltkrise) und umgeben von „Wohlstand”. Es wird scharf kritisiert, dass Jahre der Untätigkeit, des Zögerns und der Ignoranz der bekannten Fakten vergangen sind. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren.

Der Text wendet sich explizit gegen „Leugner und Fatalisten”, die Bequemen und diejenigen, die so tun, als wüssten sie nichts. Besonders kritisiert wird das Verlachen streikender Schüler:innen, wobei betont wird, dass einzig das Weitermachen wie bisher unvernünftig ist.

Der Text drückt Kummer und Wut über sterbende Arten, Meere voller Müll und die Angst vor der „kommenden Flut” aus. Es wird das triviale Problem eines begrenzten Planeten und unendlichen Wachstums angesprochen. Die Wahl wird auf „Jetzt Verzicht oder später Vernichtung” zugespitzt.

Die Gesellschaft (oder das Wirtschaftssystem) wird als gierige, ungelenkte und effektive „Maschine” beschrieben, die „alles verwertet und alles vernichtet”. Die Maschine läuft weiter, weil kaum jemand gerne verzichtet. Die Hoffnungslosigkeit derer, die sich ergeben („Wir haben keine Wahl”, sagen die Mäuse), wird abgelehnt. Es wird festgestellt, dass Geld alles zerstören kann, obwohl der Planet theoretisch alle ernähren könnte.

Der Text erinnert diejenigen, die sich nur für Profit interessieren, daran, dass die Proteste der Jugend letztlich jeden angehen – auch die Faulen und Ignoranten. Der Einzelne fühlt sich erleichtert, nicht allein zu sein. Der Song schließt mit einem leidenschaftlichen Aufruf zur Selbstverantwortung und zum Start der notwendigen Veränderungen: „Wer, wenn nicht wir? Und wenn nicht jetzt, wann dann?” Jetzt besteht noch die Möglichkeit zur Schadensbegrenzung.

Zusammenfassend ist es ein Song über Klimagerechtigkeit, Wut über das Versagen der Vergangenheit und eine mobilisierende Erklärung, dass die Zeit der Untätigkeit vorbei ist und jetzt gehandelt werden muss.

Du hattest Glück – gib etwas zurück!

Der am 11.11.2020 veröffentlichte Songtext „Du hast nur Glück gehabt” von Fred Ape ist eine eindringliche Mahnung an Menschen, die in privilegierten Verhältnissen leben – insbesondere in Wohlstandsgesellschaften und Europa.

Die zentrale Botschaft ist, dass die vielen Annehmlichkeiten und Sicherheiten des täglichen Lebens keine Selbstverständlichkeit sind, sondern reines Glück. Es wird eine lange Liste von Privilegien aufgezählt: sauberes Wasser, eine warme Wohnung, Rente, Bildung, Gesundheitsversorgung, Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Frieden, Demokratie usw. Diesen Annehmlichkeiten werden die Nöte anderer Menschen entgegengestellt, die beispielsweise auf der Flucht über Meere sind, Krieg erleben oder keine Hilfe erhalten.

Die Geburt in diesem Umfeld (Europa) war reines Glück. Der Text endet mit der deutlichen Aufforderung, sich dieser glücklichen Umstände bewusst zu werden, „Respekt” zu zeigen und „etwas zurückzugeben” („Du hattest Glück – gib was zurück!”). Zusammenfassend ist es ein sozialkritischer Weckruf zur Dankbarkeit, zur Anerkennung der eigenen Privilegien und zur Übernahme von Verantwortung gegenüber den weniger Glücklichen.

Heute Nacht werde ich mich richtig amüsieren. Ich fühle mich lebendig.

Der am 10. November 1978 veröffentlichte Song „Don’t Stop Me Now” von Queen drückt ein überschwängliches Gefühl von Freude, Energie und ungezügelter Lebenslust aus. Die Hauptbotschaft ist, dass der Interpret eine fantastische Zeit erlebt und absolut nicht gestoppt werden will.

Der Text verwendet eine Fülle dynamischer und übermenschlicher Metaphern, um diesen Zustand zu beschreiben. Er ist eine Sternschnuppe, die der Schwerkraft trotzt. Er ist ein „Rennwagen”. Er nennt sich „Mister Fahrenheit”, der mit „200 Degrees” brennt und mit Lichtgeschwindigkeit reist. Er ist ein Raketenschiff auf dem Weg zum Mars und eine Atombombe, die kurz vor der Explosion steht.

All diese Bilder vermitteln ein Gefühl von grenzenloser Kraft, Geschwindigkeit und Intensität. Es ist eine Aufforderung, sich völlig treiben zu lassen, die Kontrolle zu verlieren und die Ekstase des Augenblicks zu genießen. Dabei animiert er andere, an diesem „supersonic“ Erlebnis teilzuhaben.

Du liest in mir, was sonst niemand sieht.

Die zentrale Aussage des am 09.11.2018 veröffentlichten Songtextes „Wunder” von Herbert Grönemeyer ist eine intensive und fast übermenschliche Abhängigkeit von einer geliebten Person, die dem lyrischen Ich zu einem neuen Leben verholfen hat. Der Interpret beschreibt sein Leben vor der Begegnung als trostlos, selbstzerstörerisch und isoliert („Selbstbetrug“, „Rücken zur Wand“, „lebe an mir vorbei“, „war verdorrt, bei mir wuchs kein Gras“). Es herrschten emotionale Lähmung und Dunkelheit („In meinem Hafen lag kein Boot“, „Der Strom abgestellt zu der Außenwelt“).

Die andere Person wird als Lichtgestalt und Retter dargestellt, die etwas Besonderes im Sprecher sieht, was andere nicht erkennen. Ihre Geduld, Wärme und Seele werden als das „Wunder” bezeichnet, das das Leben des Sprechers trägt und ihm erst einen Sinn gegeben hat („Bevor ich dich kannte, gab es mich noch nicht”).

Der Interpret empfindet eine tiefe Sehnsucht und Bewunderung, die fast Neid auf das unbeschwerte Wesen der geliebten Person ist. Die Abhängigkeit ist so groß, dass die Vorstellung eines Verlusts als existenzielle Bedrohung empfunden wird. Wenn sich die Person abwendet, wird das Leben sofort zur „Wüste”. Dies bekräftigt die Aussage, dass das Ich ohne die andere Person „noch nicht gab”.

Zusammenfassend ist es ein Song über eine rettende, transformative Liebe, die aus tiefer Verzweiflung und Selbstablehnung führt, sowie über die daraus resultierende, fast schmerzhafte Angst vor dem Verlust dieser neuen Existenzgrundlage.