Der Songtext „October“ von Aviv Geffen handelt von einem Menschen, der sein Glück verloren hat und sich in einem Zustand tiefer Traurigkeit befindet. Das Glück wird darin als etwas Begrabenes oder Verborgenes beschrieben, das unauffindbar ist. Es ist wie eine Schlange, die sich an einen dunklen, unzugänglichen Ort zurückgezogen hat. Der Text beschreibt das Gefühl, verloren und ziellos zu sein, sowie die Angst, dass andere Mitleid empfinden könnten. Zudem wird Neid auf das Glück anderer ausgedrückt und der Wunsch, es zu stehlen. Trotz des Verlusts und der Traurigkeit besteht eine vage Hoffnung, dass das Glück in Zukunft vielleicht wiedergefunden wird – eventuell erst im Tod.
–27.08.2010– | track: –Ich erfinde was – Das Joelied– | artist: –Joely & Oliver– | album: -Von Luft und Liebe leben-
Strophe 1: Ich denk an dies, ich denk an das und manchmal denke ich so viel und dann erfinde ich etwas. Ein Stulifox, ein Hypostein, manchmal erfinde ich nen Namen und dann fällt mir etwas ein. Einen Regenschirm mit dem man regnen kann, wenn es trocken ist dann schaltet man den Regen einfach an. Eine Uhr die sich im Trödeltempo dreht, wenn man trödelt kann man einstell’n das die Zeit langsamer geht.
Strophe 2: Ein Kleid aus Gras, klingt sehr verrückt, doch wenn man wächst, dann wächst das Kleid aus Gras, mit einem einfach mit. Ein Fußballschuh, auch nicht normal, mit meinem Fußballschuh aus Federn läuft man schneller als der Ball. Einen Hut mit dem man durch die Wand geh’n kann. Einen Ritterhelm mit Reißverschluss für den modernen Mann. Einen unsichtbaren Flüsterapparat, der mir in meiner Schule jede Aufgabe ansagt.
Strophe 3: Ich denk an dies, ich denk an das und manchmal denke ich so viel und dann erfinde ich etwas. Ein schlaues Buch das selber spricht, es liest Geschichten vor und ich hör zu, nur lesen muss ich nicht. So ein Buch das ganz von selber lesen kann, wenn man müde ist dann schaltet sich die Automatik an. Ja, dann liest das Buch ‚Tausend und eine Nacht‘ und wenn ich schlafen möchte sagt mein Buch sogar „gut Nacht“.
Strophe 4: In meinem Kopf hör ich Musik und diese Töne schreib ich auf und dann entsteht daraus ein Lied. Zuerst in Dur und dann in Moll und plötzlich ist mein Blatt mit Fünfundzwanzigtausend Noten voll. Dann erfinde ich ein neues Joelied, mit einer hübschen Melodie, die es noch nirgends gibt. Und das Joelied läuft auf der ganzen Welt, vielleicht sogar in China, wenn’s Chinesen gut gefällt.
Strophe 5: Woa ziang sege, woa siang nege Jo schao woa siang tai doa, woa schugu Woa siang fong, woa siang guangming Woa siang schuai wo siang tuti se sisjang woa busiang, Woa ziang sege, woa siang nege jo schau woa siang tai doa, woa schugu woa siang fong, woa siang guangming
Outro: Manchmal fällt mir auch gar nichts ein, dann denke ich an Zauberei oder an den Albert Einstein. Und hilft das nicht, ist’s auch egal, dann erfind‘ ich meine schönste Findung einfach noch einmal.
Das Lied beschreibt die letzten Momente eines Mannes, der – inspiriert von der Figur des berühmten Tenors Enrico Caruso – am Golf von Sorrent auf einer Terrasse steht. Er umarmt eine junge Frau, die geweint hat, und beginnt ein Lied über seine tiefe, fast schmerzhafte Liebe zu ihr. Die Szene ist geprägt von Melancholie und Schönheit: das funkelnde Meer, der Wind, die Erinnerungen an Amerika und die Musik, die seine Gefühle widerspiegelt. Der Mann spürt, wie das Leben langsam vergeht, doch im Blick der Frau findet er Trost und vergisst für einen Moment den Tod. Die Liebe wird als so stark beschrieben, dass sie wie eine Kette ist, die das Blut in den Adern zum Schmelzen bringt. Am Ende überwiegen das Gefühl der Verbundenheit und das Glück, selbst angesichts des nahenden Endes. Kurz gesagt ist es ein Lied über Liebe, Vergänglichkeit und die Kraft der Musik, die selbst im Angesicht des Todes Trost spenden kann.
In diesem Songtext wird die Geschichte der Pariser Radrennbahn Vélodrome d’Hiver aus der Perspektive der Bahn selbst erzählt.
Anfangs schwelgt der Text in nostalgischen Erinnerungen an eine glorreiche Zeit. Das Velodrom, liebevoll „vélo d’hiver” genannt, erzählt von sportlichen Wettkämpfen, berühmten Persönlichkeiten wie Edith Piaf und Yvette Horner sowie der lebendigen Atmosphäre, in der Reiche und Arme zusammenkamen, um die Rennen zu bejubeln. Es war ein Ort voller Freude und Gemeinschaft.
Die Stimmung ändert sich jedoch mit der Zeile „Et puis ils arrivèrent” drastisch. Die Ankunft von Uniformen und Revolvern markiert einen Wendepunkt. Der Text berichtet von der traurigen Realität des Zweiten Weltkriegs, als das Velodrom am 16. und 17. Juli 1942 zu einem Sammel- und Internierungslager wurde. Unschuldige Menschen, darunter ganze Familien – 4 115 Kinder, 5 919 Frauen und 3 118 Männer – wurden dort festgehalten und schließlich in die Vernichtungslager Osteuropas deportiert. Der Ort, der einst für Freude und Sport stand, wurde so zum Schauplatz unermesslichen Leids.
Die Geschichte endet mit einer bittersüßen Erinnerung: Trotz der Tragödie gab es immer noch Kinder, die in den Pfützen spielten. Der Erzähler, das Velodrom, kann das Grauen, das dort stattfand, nicht vergessen. Der Text ist eine ergreifende Erinnerung daran, wie ein Ort der Unterhaltung in den Wirren des Krieges zu einem Symbol menschlichen Leidens werden kann.
–23.08.2004– | track: –Fast As You Can– | artist: –Minnie Driver– | album: -Everything I’ve Got In My Pocket-
Der Songtext beschreibt das Gefühl, ständig zu rennen – sowohl im übertragenen als auch im emotionalen Sinne –, ohne wirklich anzukommen. Die wiederkehrende Zeile „I’m running fast as you can“ symbolisiert den Kampf, mit dem eigenen Herzen (den Gefühlen, Ängsten und Erwartungen) Schritt zu halten, obwohl man dabei „still falling apart“ (innerlich zerbricht).
Die Protagonistin reflektiert, wie sie „Schatten jagt”, „Versprechen bricht” und „Zeit verschwendet” – ein Bild für Selbsttäuschung und das Gefühl, im Kreis zu laufen. Trotz aller Anstrengungen bleibt die Distanz zu den eigenen Bedürfnissen und der Wahrheit bestehen.
Der Text vermittelt eine Mischung aus Hektik, Reue und Sehnsucht nach Klarheit. Es geht um das universelle Thema, sich selbst und seine Gefühle einzuholen – ein Rennen, das man nie ganz gewinnt.
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