Wirf ihn deiner Liebsten zu, sie wirft ihn zurück

Der am 29.01.1999 auf dem Album „Uruguay” veröffentlichte Song „Plastikball” von Funny van Dannen wirkt auf den ersten Blick wie ein harmloses, fast schon kindliches Loblied auf ein einfaches Spielzeug. Bei genauerem Hinsehen entpuppt er sich jedoch als Mischung aus naiver Freude und subtiler Gesellschaftskritik. Der Plastikball wird darin als ultimatives Symbol für unbeschwertes Glück und Einfachheit dargestellt. Er ist leicht und billig und sorgt durch simple Interaktion – Werfen und Fangen – für Freude. Er dient als Kontrast zu einer komplexen Welt, da er „kein Gewicht“ hat – weder physisch noch metaphorisch.

Im Refrain wird seine ständige Verfügbarkeit betont: Plastikbälle sind überall und für wenig Geld zu haben. Mit der Erwähnung der „ersten Welt“ wird angedeutet, dass dieses Glück auf einem massenproduzierten Wegwerfartikel basiert, der typisch für westliche Überflussgesellschaften ist. Die Strophe über das Flugzeug und den Autopiloten durchbricht die spielerische Stimmung. Sie beschreibt ein Lebensgefühl, bei dem man zwar „ganz vorne“ sitzt, also privilegiert ist, aber keine echte Kontrolle über die Richtung hat. Man lässt sich treiben – eine Metapher für eine Generation, die in Wohlstand aufwächst, aber die Orientierung dem System überlässt.

Das Ende des Liedes schlägt einen fast schon düsteren Ton an. Plastikbälle sind überall (Land, Wasser, Luft). Sie werden „niemals untergehen”. Mit jeder Welle kommen neue hinzu.

Was zunächst wie Beständigkeit klingt, lässt sich heute kaum noch ohne den Gedanken an Umweltverschmutzung und Mikroplastik lesen. Die „Schönheit“ des Objekts steht im Konflikt mit seiner Unzerstörbarkeit. Der Text ist eine ironische Auseinandersetzung mit der Oberflächlichkeit des modernen Glücks. Er zeigt, wie wir uns mit billigen, synthetischen Dingen ablenken, während unsere Welt auf „Autopilot“ läuft und unser Plastikmüll uns letztlich überdauern wird.

https://www.deezer.com/en/track/61724983

https://music.apple.com/de/song/plastikball/522352403

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Ich werde weggehen

Der am 28.01.2022 auf dem Album „Mother“ veröffentlichte Song „Autopsy“ von Highasakite beschreibt eine Atmosphäre von intensiver, fast klinischer Beobachtung und den gleichzeitigen Drang nach persönlicher Befreiung. Die Protagonistin beschreibt sich selbst als „unidentifiziert“, „geheimnisvoll“ oder „ambivalent“. Sie steht unter der ständigen, intensiven Beobachtung eines Gegenübers, das sie wie ein Experiment oder ein Objekt analysiert, sie hypnotisiert und sogar ihren Puls prüft. Es herrscht eine Spannung zwischen seiner Faszination und ihrem Gefühl, seziert zu werden.

Trotz der chaotischen und explosiven Metaphern bleibt die Sprecherin unversehrt. Sie „wischt es einfach weg“ und gewinnt aus der Situation eine fast übernatürliche Stärke: Sie fühlt sich „high“. Sie behauptet, den Mond bewegen zu können. Sie reißt Mauern nieder, während um sie herum die Stadt brennt.

Inmitten dieser intensiven Dynamik, während ihr Partner unruhig schläft, trifft sie eine klare Entscheidung. Das wiederholte „I’m gonna walk away“ am Ende verdeutlicht ihren endgültigen Entschluss, sich dieser erstickenden Beobachtung und ihrer destruktiven Umgebung zu entziehen.

Der Song thematisiert die Rückgewinnung der eigenen Autonomie. Es geht darum, sich aus einer Beziehung oder Situation zu lösen, in der man zwar bewundert und analysiert, aber nicht als Mensch wahrgenommen wird. Stattdessen soll die eigene, zerstörerische Kraft zur Befreiung genutzt werden.

https://link.deezer.com/s/32h1JueNXKXEPbDcThiRd

https://music.apple.com/de/song/autopsy/1587426475

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Und ich habe es so oft gesagt, tief versteckt in Poesie, tief versteckt in Idiotie.

Der am 27.01.2012 veröffentlichte Song „Im Stillen” von Max Prosa, der auf dem Album „Die Phantasie wird siegen” zu finden ist, beschreibt die Melancholie einer einseitigen oder unausgesprochenen Liebe. Er thematisiert das Scheitern der Kommunikation zwischen zwei Menschen und den daraus resultierenden Rückzug in die Isolation. Das lyrische Ich hat versucht, seine Gefühle durch Taten, Bilder oder Poesie auszudrücken, anstatt klare Worte zu benutzen. Dieser Versuch, den „Zauber” zu bewahren, führte jedoch dazu, dass die Botschaft nicht ankam.

Es herrscht eine schmerzhafte Distanz. Während das Gegenüber die Liebesbeweise nicht versteht oder nicht sieht, verharrt das lyrische Ich in tiefer Zuneigung. Als Reaktion auf Zurückweisung oder Unverständnis flüchtet sich die Person in Alkohol und Einsamkeit. Das repetitive Ende verdeutlicht, dass die Liebe im Verborgenen weiterlebt. Zwar ist man dem anderen weiterhin innerlich verfallen, doch diese Verbindung findet nur noch in der Gedankenwelt des lyrischen Ichs statt, nicht mehr in der Realität.

https://link.deezer.com/s/32guXnuiYPRZ301K9ZDVc

https://music.apple.com/de/song/im-stillen/1521487186

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Ein Mann hört nur das, was er hören will, und ignoriert den Rest.

In dem am 26.01.1970 veröffentlichten Song „The Boxer” von Simon & Garfunkel, der auf dem Album „Bridge over Troubled Water” erschien, geht es um die menschliche Widerstandsfähigkeit angesichts von Einsamkeit, Scheitern und dem harten Überlebenskampf in einer fremden Stadt. Der Song erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der seine Heimat verlässt, um in New York City sein Glück zu suchen. Doch statt Erfolg findet er nur Armut, Einsamkeit und leere Versprechungen. Er gibt zu, dass er naiv war, oft nur das hören wollte, was er hören wollte, und die Warnsignale ignorierte.

In der Großstadt bleibt er ein Fremder. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch, kämpft gegen die Kälte des Winters und verspürt eine tiefe Sehnsucht nach seinem Zuhause. Trotz der Jahre, die vergehen, und der Veränderungen, die er durchmacht, bleibt im Kern das Gefühl der Heimatlosigkeit bestehen. Am Ende des Liedes wird das Bild eines Boxers genutzt, um den menschlichen Geist zu beschreiben:

Der Boxer trägt die Spuren jedes Schlags und jeder Niederlage. Obwohl er am Boden liegt und aufgibt, bleibt er dennoch im Ring.

Der Text ist eine melancholische Hommage an das Durchhaltevermögen. Er zeigt, dass wir trotz aller Rückschläge und dem Wunsch zu fliehen oft weitermachen, weil das Kämpfen Teil unserer Identität geworden ist.

https://www.deezer.com/en/track/13174769

https://music.apple.com/de/song/the-boxer/324127939

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Das Ende und der Anfang

instrumental

La fin et le commencement
Mathieu David Gagnon, Flore Laurentienne
Single
25.01.2022

https://www.deezer.com/fr/album/278484942

https://classical.music.apple.com/au/album/1599163823

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Blut und Tränen

Der Song „Blood and Tears“ von Rhonda, als Single am 24.01.2020 veröffentlicht, beschreibt die tiefe emotionale Qual und Verzweiflung einer Person nach einer Trennung. Der Text thematisiert den Zustand einer Person, die nach dem Ende einer Beziehung völlig am Boden zerstört ist. Aus einer beobachtenden Perspektive beschreibt der Erzähler, wie diese Person in Einsamkeit und Elend versinkt.

Die Metapher „Blut und Tränen“ verdeutlicht, dass der Schmerz über das gewöhnliche Maß hinausgeht. Es ist kein einfaches Weinen, sondern das Herz „blutet“ metaphorisch vor Kummer. Die verlassene Person wird als völlig allein und unendlich verloren dargestellt. Es gibt keinen Trost und keinen Ausweg aus der Misere.

Der Erzähler betrachtet die Situation aus der Distanz. Mit seiner Erzählung vermittelt er eine Mischung aus Mitgefühl und einer fast schon düsteren Bestätigung des Leids. Die Zeile „Could you have been deceived” deutet an, dass die Trennung oder der aktuelle Zustand der Person auf falschen Versprechungen oder einem Verrat basieren könnte.

Insgesamt ist der Song eine dunkle, melancholische Reflexion über Liebeskummer. Er nutzt dramatische Bilder, um die zerstörerische Kraft von Verlust und Einsamkeit darzustellen, wobei die Grenze zwischen Trauer und physischem Schmerz verwischt wird.

https://link.deezer.com/s/32fb9dd2OzAkptT61qfCf

https://music.apple.com/de/song/blood-and-tears/1755419414

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