Sicher ist nur der beschissene Zustand, in dem wir uns befinden.

22.10.2021– | track: –A Hunger In Your Haunt– | artist: –Biffy Clyro– | album: -The myth of the happily ever after-

Der Songtext „A Hunger In Your Haunt” der Band Biffy Clyro drückt eine tiefe, zynische Frustration und Hoffnungslosigkeit aus.

Er beschreibt einen Zustand des totalen emotionalen und rationalen Ruins. Die übliche Unterscheidung zwischen Optimismus und Pessimismus („das halb volle“ oder „das halb leere“ Glas) wird abgelehnt, indem stattdessen ein zerbrochener, chaotischer Zustand („half fucked upon the floor“) konstatiert wird.

Der Interpret hat das Gefühl, dass Vernunft, Zweck, Weisheit und Beredsamkeit verschwunden sind. Alles, was er geliebt hat, ist zerbrochen und nutzlos geworden („gone to seed”). Die wiederkehrende Zeile „We bring nothing in, we’ll take nothing with us when we leave” betont eine nihilistische Sicht auf das Leben – das menschliche Dasein ist im Grunde bedeutungslos, da nichts von Dauer ist.

Der Abschnitt über „A hunger in your haunt” (ein Hunger in deinem Spuk/deiner Plage) und die Frage „Are you taking pleasure in this storm?” scheinen eine aggressiv-rüttelnde Herausforderung an eine andere Person (oder an sich selbst) darzustellen. Es geht darum, ob man trotz des Schmerzes („slap across your jaw”) noch Kampfgeist oder Leidenschaft („hunger”) in sich finden kann. Die Zeile „My mind is crying out for stimulation” und die Frage „Where’s the fucking dawn?” zeigen eine verzweifelte Sehnsucht nach einem Ende der Dunkelheit oder nach einem neuen Impuls inmitten der Verzweiflung.

Insgesamt ist es eine düstere Reflexion über Zusammenbruch und existenzielle Sinnlosigkeit, die dennoch eine raue, schmerzhafte Energie in der Aufforderung birgt, den Sturm zu überleben.

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Autor: Rückzug ins Private

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================