Alte Augen in einem kleinen Kindergesicht.  |  On this day in music.

14.10.1991– | track: –The Days of Pearly Spencer– | artist: –Marc Almond– | album: -Tenement Symphony-

Der von Marc Almond interpretierte Songtext „The Days of Pearly Spencer” zeichnet ein düsteres und melancholisches Bild des Verfalls und der Enttäuschung. Er beschreibt eine Szene der Armut und Trostlosigkeit. In der ersten Strophe wird das Bild einer schmutzigen Straße gemalt, auf der barfüßige Menschen gehen. Der Text verweilt bei dem traurigen Anblick alter Augen in einem Kindergesicht, das die flüchtigen Schatten beobachtet. Das Tageslicht scheint diesen Ort zu meiden.

In der zweiten Strophe wird das trostlose Bild aus der Perspektive des Protagonisten fortgesetzt, der mit der Nase gegen gefrorenes Glas gepresst eine überquellende Menschenmasse auf Betonfeldern betrachtet, auf denen kein Gras wächst. Die Metapher der „eisernen Bäume” (wahrscheinlich Fabriken oder Hochhäuser) suggeriert eine erstickende, gleichgültige Umgebung.

Der zentrale Teil ist die direkte Ansprache an die namensgebende Figur, Pearly Spencer. Hier wird der Verfall von Pearly thematisiert. Es wird gefragt, was aus ihrer einst „milchweißen Haut” geworden ist, und festgestellt, dass sie im „Rot-Gut-Gin” (billiger, schlechter Alkohol) begraben liegt. Pearly hat ein Spiel gespielt, das nicht zu gewinnen war („a house that can’t be beat”), und ist nun geschlagen und besiegt. Die Straße, die Pearly zu weit gegangen ist, ist so heruntergekommen, dass „nur Ratten laufen können”.

Der wiederkehrende Refrain „The days of Pearly Spencer, the race is almost run” (Die Tage von Pearly Spencer, das Rennen ist fast gelaufen) unterstreicht die Vergänglichkeit, das Ende einer Ära oder eines Lebenswegs und das Gefühl der unwiderruflichen Niederlage.

Zusammenfassend ist es ein poetisches und trauriges Stück über den Verlust der Unschuld, den sozialen Abstieg und die Hoffnungslosigkeit, personifiziert in der tragischen Figur des Pearly Spencer.

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================