Habe ich Tränen in den Augen, dass unsere Hände sich nicht mehr halten? | On this day in music.

03.10.2006– | track: –Caravane – Live 2006- | artist: –Raphaël– | album: -Une Nuit Au Châtelet-

Der Songtext „Caravane” von Raphaël ist eine melancholische und existenzielle Reise durch Fragen und Unsicherheiten. Der Interpret äußert eine tiefe emotionale Verletzlichkeit („j’en ai les larmes aux yeux“, „je tremble un peu“) und fragt sich, warum die Verbindung zu einer anderen Person verloren geht („nos mains ne tiennent plus ensemble“). Es gibt viele Fragen über die Zukunft, das Warten und den gemeinsamen Weg („Est-ce que je ne vais plus attendre“, „Est-ce qu’on va reprendre la route“).

Die Fragen weiten sich auf die Welt aus („Est-ce que ce monde a le vertige”) und thematisieren Schuld und Sühne („Est-ce qu’on sera un jour puni”). Der Songtext spricht eine fatalistische Sichtweise an, nach der das Schicksal vom „Bon Dieu“ (Gott) bestimmt wird, der sowohl erschafft als auch zerstört („C’est le Bon Dieu qui nous fait / C’est le Bon Dieu qui nous brise“).

Trotz all dieser Fragen und der Vergänglichkeit des Lebens („bientôt mes os seront dans le vent”) betont der Interpret seine Herkunft („Je suis né dans cette caravane”) und die Notwendigkeit, weiterzuziehen („Et nous partons, vas-y”).

Die „Caravane” dient hier als Metapher für das Leben selbst: eine ständige Reise, ein Zuhause in der Bewegung. Das Lied ist somit eine Aufforderung, trotz Dunkelheit und existenzieller Sorgen gemeinsam in die Zukunft aufzubrechen. Das einfache, beinah kindliche „Tu lu tu, tu lu tu …” unterstreicht dabei eine gewisse Resignation, aber auch eine anhaltende Hoffnung oder Leichtigkeit des Seins auf dieser ewigen Reise.

Avatar von Unbekannt

Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================