Sie sagt, dass sie manchmal nach Hause kommt und nicht mehr weiß, woher. | on this day in music

Der Song „Jenny, Jenny” von AnnenMayKantereit vom Album „Schlagschatten”, das am 7. Dezember 2018 veröffentlicht wurde, beschreibt den anspruchsvollen Arbeitsalltag einer Flugbegleiterin namens Jenny. Der Tag beginnt früh und müde, doch sie muss sich professionell herrichten und ihren Kaffee trinken. Die Farben ihrer Uniform werden erwähnt.

Es wird angedeutet, dass sie sich eine feste Anstellung wünscht und dass ihre Arbeit sie die Welt als kleiner empfinden lässt, weil sie ständig fliegt. Nach jeder Landung muss sie sofort ihr freundliches, professionelles Lächeln aufsetzen, um die ungeduldigen Passagiere durch die Kontrollen zu lotsen.

In ihren kurzen Pausen trinkt sie kalten Kaffee und googelt Sehnsuchtsorte wie „Panama”, was ihre Wanderlust und den Wunsch nach einem längeren Aufenthalt symbolisiert – im Gegensatz zu den kurzen Stopps, die sie erlebt. Die ständige Reiserei führt zu einer gewissen Entfremdung: Sie kommt nach Hause und weiß manchmal nicht mehr genau, woher sie kommt, was ihre Einsamkeit und ihr unstetes Leben betont.

Jenny ist die „Wolkenreiterin“, die ihr Lächeln beibehalten muss, wie es von Flugbegleitern erwartet wird, während sie ständig die Anweisungen für die Passagiere wiederholt.

Zusammenfassend geht es um die Diskrepanz zwischen dem glamourösen Bild des Reisens und der harten Realität des Jobs. Der Job hält Jenny zwischen Sehnsucht und emotionaler Distanz, während sie ihre Rolle als stets lächelnde Gastgeberin über den Wolken erfüllt.

https://www.deezer.com/en/album/82673792

https://music.apple.com/de/song/jenny-jenny/1436487786

Du liest in mir, was sonst niemand sieht.

Die zentrale Aussage des am 09.11.2018 veröffentlichten Songtextes „Wunder” von Herbert Grönemeyer ist eine intensive und fast übermenschliche Abhängigkeit von einer geliebten Person, die dem lyrischen Ich zu einem neuen Leben verholfen hat. Der Interpret beschreibt sein Leben vor der Begegnung als trostlos, selbstzerstörerisch und isoliert („Selbstbetrug“, „Rücken zur Wand“, „lebe an mir vorbei“, „war verdorrt, bei mir wuchs kein Gras“). Es herrschten emotionale Lähmung und Dunkelheit („In meinem Hafen lag kein Boot“, „Der Strom abgestellt zu der Außenwelt“).

Die andere Person wird als Lichtgestalt und Retter dargestellt, die etwas Besonderes im Sprecher sieht, was andere nicht erkennen. Ihre Geduld, Wärme und Seele werden als das „Wunder” bezeichnet, das das Leben des Sprechers trägt und ihm erst einen Sinn gegeben hat („Bevor ich dich kannte, gab es mich noch nicht”).

Der Interpret empfindet eine tiefe Sehnsucht und Bewunderung, die fast Neid auf das unbeschwerte Wesen der geliebten Person ist. Die Abhängigkeit ist so groß, dass die Vorstellung eines Verlusts als existenzielle Bedrohung empfunden wird. Wenn sich die Person abwendet, wird das Leben sofort zur „Wüste”. Dies bekräftigt die Aussage, dass das Ich ohne die andere Person „noch nicht gab”.

Zusammenfassend ist es ein Song über eine rettende, transformative Liebe, die aus tiefer Verzweiflung und Selbstablehnung führt, sowie über die daraus resultierende, fast schmerzhafte Angst vor dem Verlust dieser neuen Existenzgrundlage.

Und ich würde alles für ein freundliches Gesicht geben, ich würde ein Königreich für ein Lächeln geben.  |  On this day in music.

19.10.2018– | track: –Coffee and Wine– | artist: –Mariama– | album: -Love, Sweat And Tears-

Der Song „Coffee and Wine“ von Mariama beschreibt einen Zustand tiefer Melancholie, Isolation und innerer Unruhe an einem fremden Ort, beispielsweise in einem Hotelzimmer in einem „strange far away country“.

Die Erzählerin fühlt sich sehr traurig und von einer „schweren, allumfassenden Finsternis“ verfolgt, der sie versucht, mit einem „fröhlichen Lied“ zu entkommen – aber ohne Erfolg. Die Einsamkeit wird als „greater hollow loneliness“ beschrieben, die entsteht, wenn man sich selbst zurücklässt („to leave yourself behind“). Ein Anruf der Mutter würde zum Zusammenbruch führen und die Erzählerin sehnt sich verzweifelt nach menschlicher Verbindung („a friendly face“, „a smile“).

Hinter den bewussten Gedanken gibt es einen Strom von Erregung („stream of agitations, scorching and blazing“), der die Erzählerin jagt und quält. Diese Unruhe zeigt sich körperlich in Symptomen wie „rapid fire“, „cold sweat“ und einem „restless racing heartbeat“. Es scheint keine Heilung oder einen Ausweg aus diesem Zustand zu geben.

Zentral ist die wiederholte Zeile „All that I had today was coffee and wine“. Sie unterstreicht eine existenzielle Leere und Erschöpfung. Kaffee und Wein können hier einerseits für das Überleben des Tages stehen, andererseits aber auch für:

~ Mittel, um wach zu bleiben und gleichzeitig zu entspannen oder zu vergessen.

– eine körperliche Vernachlässigung, die den seelischen Zustand widerspiegelt.

– die einzigen konstanten Begleiter in der Einsamkeit.

Zusammenfassend handelt der Song von einem Kampf mit intensiven, überwältigenden Emotionen an einem fremden Ort, bei dem die Protagonistin nur Kaffee und Wein als Unterstützung hat.

Verlorene Jugend, wo sind wir falsch abgebogen?  |  On this day in music.

12.10.2018– | track: –I’m Still Here– | artist: –Sia– | album: -I’m Still Here-

Der Songtext „I’m Still Here” von Sia beschreibt einen intensiven inneren Kampf und eine Reise der Selbstüberwindung.

Anfangs befindet sich die lyrische Stimme mitten in einem „Kampf” gegen innere Dämonen wie das „Ego” und den „Schatten” (innere Ängste und negative Aspekte). Die Person kämpft darum, ihre Ängste zu bändigen und ihre Orientierung (die verlorene Jugend) wiederzufinden. Trotz dieser harten Auseinandersetzung gibt es bereits ein Ziel: die „lange Heimreise“ zu beleuchten, die metaphorisch für die Suche nach dem eigenen Platz, Frieden oder der inneren Wahrheit steht.

Im Refrain wird betont, wie sehr die Vergangenheit die Person heimgesucht und gequält hat, bis hin zum Wunsch, tot zu sein. Der zentrale Wendepunkt und die starke Aussage sind jedoch: „But the battle was lost / ‚Cause I’m still here” (Aber die Schlacht war verloren / Weil ich immer noch hier bin). Dies impliziert, dass die Versuche der Vergangenheit, die Person zu besiegen oder zu zerstören, gescheitert sind, da die lyrische Stimme überlebt hat und somit stärker ist.

Im weiteren Verlauf wird der Ton optimistischer: Die Person „gewinnt den Krieg” und besiegt das Ego sowie den Schatten. Die Tränen, die nun fallen, sind Zeichen des Sieges. Der Kampf wird gewonnen und die „lange Heimreise” erfolgreich bewältigt.

Insgesamt ist der Song eine Hymne an die Resilienz und das Überleben trotz tiefgreifender innerer Konflikte und der Belastung durch die Vergangenheit. Er handelt davon, wie man aus innerer Zerrissenheit gestärkt hervorgeht und den Krieg gegen die eigenen Dämonen gewinnt.

Und immer, wenn es Zeit wäre zu gehen, verpasse ich den Moment und bleibe stehen.  |  On this day in music.

05.10.2018– | track: –Herz über Kopf – Live @ Deichbrand Festival- | artist: –JORIS– | album: -Schrei es raus-

In dem Songtext „Herz über Kopf“ von JORIS geht es um einen emotionalen Widerspruch und die Unfähigkeit, eine vergangene Beziehung loszulassen, obwohl man weiß, dass es besser wäre.
Die Person trifft den Ex-Partner wieder und bemerkt vertraute Dinge wie die Frisur und die Art zu tanzen.
Es entsteht sofort eine emotionale Verbindung („Die Augen treffen sich”), aber auch das Bewusstsein, dass die Beziehung eigentlich beendet ist („Der Zug ist abgefahr’n, die Zeit verschenkt”).

Das zentrale Motiv ist der Kampf zwischen Gefühl und Vernunft („Herz über Kopf”).
Das Herz will bleiben und hält an der alten Liebe fest, während der Verstand weiß, dass es falsch ist und man gehen müsste („Das Herz sagt: ‚Bleib!‘, der Kopf schreit: ‚Geh!‘“).
Das Festhalten: Trotz des Wissens, dass es „längst Zeit wär, zu geh’n”, kann die Person den Moment nicht nutzen und bleibt stehen.
Sie lässt den Ex-Partner immer noch nicht gehen und ist gefangen in diesem Zwiespalt.